iMac Pro: Der Benmark-Mac

iMac Pro: Der Benchmark-Mac

Da ist er also, der iMac Pro. Endlich ist ein frischer Mac mal wieder schneller als die eingestaubten Mac Pros und endlich richtet sich Apple mal wieder den Pro-Usern zu. Wenn auch nur wenigen, denn der iMac Pro startet bei einem Preis von 5499 Euro. Ob das nun gerechtfertigt ist oder nicht, war natürlich die bestimmende Diskussion vor Release des Rechners. Und wird es vermutlich auch danach noch bleiben …

»Teardown«

Diverse Artikel sind im Netz zu finden, die sich damit beschäftigen Einzelkomponenten für PCs in den Warenkorb zu legen und zu sehen, was am Ende auf der Rechnung steht. Beispielsweise die »PC Gamer« kommt dabei auf ca. 4686 US-Dollar. Die dicksten Posten auf der PC-Rechnung gehen dabei an Prozessor, Mainboard, Grafikkarte und natürlich muss ein externes 5K-Display dazu. Das alleine kostet in der Regel schon mal um die 1200 US-Dollar.

Auch auf Reddit versucht man im Lenovo-Store eine ähnliche Maschine zu bauen und landet bei über 7000 US-Dollar. Nein, der iMac Pro wird dadurch keinesfalls günstiger. Aber offensichtlich entsprechen die Komponenten so ungefähr dem vergleichbaren Marktwert in der PC-Welt. Das heißt natürlich nicht, dass man für das Geld nicht auch schnellere Hardware bekommen könnte. Allerdings auch nicht, dass der iMac Pro nur ein völlig überteuertes Designspielzeug ist. Apropos Design: Als Gehäuse für alle Komponenten hat man bei »PC Gamer« dieses »Schmuckstück« ausgewählt, ein Silverstone TJ04B-EW ATX Mid Tower:

Bild: © Silverstone | Silverstone TJ04B-EW ATX Mid Tower Case

iMac Pro: Der Benchmark-Mac

Apples vorläufiger Prestigerechner wird in nächster Zeit bestimmt mit interessanten Benchmarks auf sich aufmerksam machen können. Zeit wieder öfter in den Geekbench-Browser zu sehen. Das der iMac Pro der derzeit schnellste Mac ist, ist ja ohnehin schon gesetzt, aber auch nicht unbedingt die schwierigste Aufgabe gewesen. Erstaunlich ist aber wie Apple es geschafft hat die ganzen Top-Komponenten auf relativ kleinen Raum hinter den Monitor zu packen. Und das inklusive einem Kühlsystem mit leisen Komponenten. Das fasziniert mich momentan noch mehr als jeder Benchmark.

Natürlich kommt der iMac Pro auch mit jeder Menge Einschränkungen. Der Rechner ist ein geschlossenes System, ohne die Möglichkeit ihn zu erweitern. Nicht mal mehr an den Arbeitsspeicher kommt man selbst ran. Ein späteres Ram-Upgrade ist zwar möglich, soll aber nur von Apple oder autorisierten Händlern durchgeführt werden. Für viele Pros ist das alles andere als Pro. Auch in der PC-Welt muss man mal mit einem Sockelwechsel leben. Dann ist auch Schluß mit mal eben eine aktuelle CPU in den Rechner packen. Stattdessen müssen gleich mehrere Komponenten gewechselt werden. Trotzdem spielt der iMac beim Thema Erweiterbarkeit in einer ganz anderen Liga.

Die ersten Benutzerberichte sind ebenfalls schon da. Und ja, wenn man vor einer Maschine sitzt die mindestens 5499 Euro kostet, kann das scheinbar begeistern. Vor allem, wenn man einen Anwendungszweck für die Leistung hat. So wie beispielsweise Craig A. Hunter, Vincent Laforet, Marques Brownlee, oder Jonathan Morrison.

iMac Pro und Videoschnitt

Zielgruppe?

Bleibt natürlich die Frage: Wer braucht eine solche Maschine, bzw. wer kann sie sich auch leisten? Apple positioniert das »Pro« im Namen des iMac sehr deutlich im Bereich Videoschnitt, Videobearbeitung und Rendering. Eine Zielgruppe scheinen beispielsweise YouTuber mit iMac Pro-Teststellungen und mehr als fünf Millionen Abonnenten zu sein, die ihr Material möglichst fix zusammenschneiden wollen. Sofern sie denn noch selbst Hand an ihr Videomaterial anlegen müssen.

Die Zeiten wo statisches Desktop-Publishing oder Fotografie die dicksten Maschinen benötigten sind ja schon etwas länger vorbei. Zwar kann viel Rechenpower generell nicht schaden, aber in der Regel dürfte ein normaler 27″-iMac den meisten Pros in der Publishing-Ecke schon Pro genug sein. Auch vom Preis her. »iMac Video-Pro« trifft es da vielleicht am ehesten.

Das alles macht den neuen iMac natürlich nicht uninteressanter. Die meisten Mac-Pros hätten vermutlich gerne einen. Nur in wenigen Arbeitsbereichen wird man ihn sich leisten oder legitimieren können. Man darf gespannt sein, wie viele Exemplare Apple von dem Prestige-iMac tatsächlich absetzen kann. Aber es ist auch mal wieder so, dass das Pro im Namen nicht nur ausschließlich für das teuerstes Modell in einer Produktkategorie bei Apple steht. Also: Nettes Ding, leider schon in der Grundkonfiguration unerreichbar. Mal sehen, wie das beim Mac Pro wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.