Apple Internal Quantum 3,5 HDD with 250MB from 1994

Speichermanagement mit macOS Sierra

Mac OS X heißt jetzt macOS und macOS Sierra führt ein neues Speichermanagement ein, so der User denn nun will und es aktiviert. Direkt nach einem Update auf Apples neues Betriebssystem mit der Versionsnummer 10.12 wird man das erste mal mit dem neuen Speichermanagement in der iCloud konfrontiert:

Schreibtisch und Dokumente in die iCloud verschieben

Wer hier den Haken gesetzt lässt und auf »Fortfahren« klickt, befördert damit alle Inhalte vom Schreibtisch und dem Benutzerordner »Dokumente« in die iCloud. Einmal synchronisiert, lassen sich die Daten dann natürlich auf jedem weiteren Mac (und unter iOS) abrufen. Wer dem Braten direkt nach dem Update aber nicht traut – und das dürften vermutlich der Großteil der Mac-User sein – deaktiviert den Haken einfach. Eine weitere aktive Voreinstellung zum Speichermanagement findet man in macOS Sierra unter Systemeinstellungen > iCloud > iCloud Drive > Optionen. Links unten ist bei »Mac Speicher optimieren« ein Haken gesetzt. Wer lieber der eigene Herr seines Speichermanagements bleiben möchte, kann auch diese Einstellung deaktivieren. Tut man das nicht, reagiert Sierra wie beschrieben: »Wenn genügend Speicherplatz vorhanden ist, wird der gesamte Inhalt von iCloud Drive auf diesem Mac gespeichert. Ältere Dokumente werden nur in iCloud gespeichert, wenn Speicherplatz benötigt wird«.

I klaut‘ the Daten!?

Wer beide beschriebenen Funktionen aktiv lässt, kann bei der Synchronisierung ein paar Überraschungen erleben. Durch »Mac Speicher optimieren« ist es möglich das Sierra eigenhändig Daten vom Rechner schmeißt, wenn der Speicherplatz der internen Festplatte knapp wird. Passieren sollte das natürlich nur mit Daten, die bereits in der iCloud gesichert und älteren Datums sind. Einfach gesagt nimmt Sierra Daten von der Platte, die man schon lange nicht mehr verwendet hat und schafft so Platz für anderes.

Eine weitere Überraschung kann auftauchen, wenn gleich mehrere Rechner an dem Sync teilhaben. MacOS Sierra erstellt Unterordner mit Namen des jeweiligen Rechners und sortiert entsprechend die passenden Daten ein. Weiß man das vorher nicht, kann der Vorgang so aussehen als würden Daten willkürlich gelöscht. Vereinzelt gab es auch Berichte, dass Sierra gerade in Programmen aktive Dateien von der Festplatte in die Cloud verschoben hat.

Vertrauen in Apples Speichermanagement?

»Ungern« würde meine Antwort lauten. Auf jeden Fall benötigt man viel Vertrauen in Apple, dass das Management der Files inklusive Sync einwandfrei funktioniert. Ein bisschen muss ich aber an das Durcheinander mit iTunes Match, iTunes Library und iTunes Music zurückdenken. Dazu kommt, dass die Cloud-Maschinerie mehr oder weniger untransparent arbeitet. Das hat zur Folge, dass man nie so genau weiß, was die Kiste eigentlich gerade treibt. Interessant wäre vielleicht noch die Option gewesen, wahlweise nur den Schreibtisch und/oder den Dokumente-Ordner zu synchronisieren.

Festplatten verwalten in Mac OS X Sierra

Papierkorb, Chaos, Filme

Aber das soll noch nicht alles gewesen sein. Unter Über diesen Mac > Festplatten bekommt man nun einen kleinen Überblick über die Speicherauslastung der angeschlossenen Festplatte(n). Ganz im iTunes-Stil wird angezeigt, für welche schönen Sachen der ganze Speicherplatz so drauf geht. Das ist ganz nett. Wer es aber optisch etwas netter haben möchte, kann weiterhin zu DaisyDisk greifen.

Einen Klick weiter, unter Über diesen Mac > Festplatten > Verwalten lässt sich dann der Festplatteninhalt noch etwas genauer ansehen. MacOS Sierra kann hier beispielsweise Dokumente oder Programme nach Dateigröße sortieren, den Papierkorb nach 30 Tagen löschen lassen, oder Filmmaterial aus dem iTunes Store nach dem Ansehen automatisch löschen. Das ist auch ganz nett. Wer es aber noch etwas netter haben möchte … genau: DaisyDisk. Auch wenn das Tool keinen automatisierten Einfluss auf Papierkorb oder iTunes nimmt.

Ein wenig aufpassen sollte man noch mit der »Chaos reduzieren-Funktion«. Wer hier Daten löscht, löscht sie ohne Umweg über den Papierkorb. Apples Warnmeldung beim löschen macht dies nicht so ganz klar, bzw. kann etwas unterschiedlich interpretiert werden.

In diesem Sinne … cloudception

Cloudception

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