Klinkenstecker und Lghtning

Der Abschied vom Klinkenstecker

Gleich vorweg: Ich habe mehr Kopfhörer als Schuhe und bisher ist keiner davon kabellos. Auch bin ich kein großer Fan von Kabel-Adaptern. Trotzdem fällt mir der »erzwungene« Abschied vom Klinkenstecker, durch ein neues iPhone 7, nicht sonderlich schwer. Apple hat sich schon immer getraut den ein oder anderen alten Zopf auch abzuschneiden und »ihr Ding« durchzuziehen. Noch macht man sich über Apple lustig. Bis dann die kommenden Smartphone-Generationen anderer Hersteller nachziehen und der analoge Kopfhöreranschluss, zugunsten von USB-C, mehr und mehr verschwindet. Natürlich geht es hier aber nicht nur um die Kopfhörer. Denn es gibt noch mehr Zubehör für die »Klinke«, beispielsweise Selfie-Sticks. Ein herber Verlust.

Miss you, Klinkenstecker!?

Bleibt natürlich die Frage, ob wir die Kopfhörerbuchse »so sehr« vermissen werden wie die optischen Laufwerke, den Ethernet-Anschluss, die Musik-CD oder den Nummernblock auf der Tastatur? Apple sieht den Wegfall der Klinke natürlich positiv und verspricht den gesparten Platz im Gerät sinnvoll zu füllen. Sei es mit einem größeren Akku, einer neuen Sensortaste für den Home-Button, oder vielleicht irgendwann ein etwas dünneres Smartphone? Aber auch andere Probleme löst der Wegfall des Klinkenstecker aus:

Ein Adapter, sie alle zu knechten?

Um weiterhin Kopfhörer anzuschließen – und die Wogen zu glätten – legt Apple dem iPhone 7 einen Lightning-Adapter bei. Glaubt man den Audiomesslabor von Heise.de verschlechtert dieser allerdings die Klangqualität. Als Überschrift macht sich das dann relativ gut: »iPhone 7 nachgemessen: Audio-Adapter liefert schlechteren Sound«. Das dürfte natürlich für einen reichweitenstarken Artikel sorgen.

Wenn Heise so etwas nachmisst, glaube ich ihnen das in der Regel auch. Die Frage ist: Ist es für mich relevant oder nur ein nettes Laborergebnis? Und warum behauptet ausgerechnet Heise, dass »bei analog angeschlossenen Kopfhörern in der Preisklasse ab 100 Euro« bemerkbare Unterschiede auftreten können? Zumindest bei »unkomprimierten Musikdateien mit 24 Bit«. Eine gewisse Ironie beinhaltet das schon, denn nicht jeder Kopfhörer über 100 Euro muss automatisch besser sein als sein günstigerer Kollege. Dachte ich zumindest bisher.

Kopfhörerqualität

Aber das soll mir egal sein, wenn ich auf die Kopfhörer blicke auf die ich Zugriff habe. Dort findet sich neben einem Stax auch ein Billigkopfhörer von Philips. Gleich neben einem Sennheiser, einem Teufel, einem Logitech, einem Skullcandy oder Apples Earpods, die ich nicht benutzen kann, weil sie irgendwie nicht in meinen Ohren bleiben wollen. Bespielt werden alle Kopfhörer meistens über mein iPhone. Und dort auch noch mit Spotify. Meine CDs hab ich schon vor Jahren verkauft. Bereut hab ich das nicht. Naja, vielleicht hin und wieder mal ganz kurz. Immerhin nutze ich »Streaming mit hoher Qualität« und die beste einstellbare Qualität für Downloads. Damit dürfte ich alles andere als audiophil sein, auch wenn ich bei jeder Gelegenheit Musik höre.

Stax Kopfhörer mit Braun Verstärker
Audiophile mögen mir verzeihen, aber auch das geht: Stax Kopfhörer mit Braun Verstärker, bespielt vom iPhone mit Spotify.

Ein Unterschied vom iPhone 6 zum iPhone 7 mit Lightning-Adapter ist mir deswegen nicht aufgefallen. Alles klingt eigentlich wie immer und ist abhängig vom Kopfhörer selbst. Bei mir verschlechtert der Adapter also eher den Tragekomfort als die Soundqualität. Im Endeffekt bestätigt das für mich natürlich auch das eigentliche Fazit des Heise-Artikels. Der Großteil der Anwender wird keinen Unterschied wahrnehmen wenn sie komprimierten Musiktitel abspielen. Oder anders gesagt: Der Adapter verschlechtert den Klang, aber es hört keiner. Damit wäre viel über die alltagstaugliche Relevanz von solchen Laborergebnissen gesagt. Aber gut, wenn man es trotzdem weiß.

In diesem Sinne …

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