Süße kleine Katze schreibt Catcontent per Gedankenübertragung auf deinem Laptop!

Ohne Chef gibt es mehr Cat Content

Das Wirtschaftsmagazin Capital hat also das Unglaubliche gewagt: Sie hat eine Ausgabe ohne Führungskräfte produziert. Zufällig ist das dann auch noch zum Titelthema geworden. Und – noch erstaunlicher – die Ausgabe ist fertig geworden. Wie man von der (Chef-)Redaktion erfährt, ist das Ergebnis auch durchaus gelungen. Die ungewöhnliche Produktionsweise sei nur in Kleinigkeiten überhaupt sichtbar.

Das wiederum ist nicht wirklich verwunderlich. Eine eingespielte Mannschaft funktioniert naturgemäß, auch ohne dass immer einer das letzte Wort haben muss, sobald Zielrichtung und -publikum mal klar sind. Auch klar ist, dass in der Gruppe bis zu einem gewissen Grad auch im Sinne des Entscheiders entschieden wird. Man weiß ja schließlich, dass der Chef ab der nächsten Ausgabe wieder am Ruder ist. Vielleicht erinnert er sich gar an die Nase des Querulanten, wenn die nächste Gehaltsrunde ansteht…

Einige Fragen bleiben

Die für mich interessanten Aspekte erfährt man dann leider nicht in dem Interview:

  • Ist die Ausgabe besser geworden als der Durchschnitt, gemessen am harten Argument Verkaufserfolg?
  • Wird denn im Normalfall bei der Capital wirklich immer alles von den Chefs entschieden?
  • Wie wurde das Experiment von den anderen an der Produktion Beteiligten wahrgenommen?
  • Wie würde sich das Blatt verändern, wenn man das Experiment länger machen würde?

Vor allem die letzte Frage würde mich sehr stark interessieren. Chefredakteur Horst von Buttlar zweifelt an der dauerhaften Tragfähigkeit des Konzepts:

Das System läuft weiter, Mitarbeiter übernehmen Verantwortung. Aber auch wenn man mal den ganzen formalen Kram – Urlaubsanträge, Mitarbeitergespräche – weglässt, läuft ein Unternehmen Gefahr, die Weitsicht zu verlieren, den Blick fürs große Ganze. Bei uns etwa ging es vor allem um dieses eine Heft, wir merkten: Die Planung für die nächsten kam etwas zum Erliegen.

Viele Wege führen nach Rom

Ist die Entwicklung einer langfristigen und nachhaltigen Strategie aber nicht genau das, wofür der Chef da ist? Damit müsste er doch eigentlich genug zu tun haben. Es sollte doch soviel Vertrauen da sein, um im operativen Tagesgeschäft den Mitarbeitern die Entscheidungen zu überlassen. Letztendlich geht es für mich als Chef darum, das Ziel festzulegen. Auf welche Art und Weise es erreicht wird, mag mir zwar im Einzelfall nicht so recht sein (Stichwort Coverdiskussionen). Aber solange es dem Ziel dient…

Trauen wir unseren Mitarbeitern wirklich so wenig zu, Entscheidungen gemäß einer gemeinsamen Strategie zu handeln?

In diesem Sinne

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