Bring your own App

Bring your own App

App Stores sind praktisch, die Software schnell über Kreditkarte bezahlt und deswegen nur einen Klick entfernt. Zumindest für den privaten Einsatz. Etwas komplizierter wird es bei Volumenlizenzen, bzw. Firmen, die gerne in Apples App Store einkaufen würden, aber böse Blicke ernten, wenn man mit der passenden »Rechnung« in den großen Hallen der Buchhaltung um eine Audienz bitten muss.

Allen Mitarbeitern einen App Store-Account zu verordnen würde Apple mit Sicherheit freuen, ist aber im praktischen Einsatz völlig unpraktisch. Eine andere Variante wäre einen Sammelaccount anzulegen, was aber schon bei mehr als 3-4 Rechnern wieder unhandlich wird und natürlich in einer tiefgrauen Zone liegt. Außerdem möchte man die Software ordentlich lizenzieren, weswegen man ohne Volumenlizenzen überhaupt nicht die Möglichkeit hat über einen Account eine bestimmte App mehrfach zu kaufen. Die Lösung dafür wären die Volumenlizenzen, die Apple in Deutschland aber bisher nur für die eigenen Apps anbietet.

Bring your own App – Volumenlizenzen?

Will ein Admin beispielsweise 20+ Update-Lizenzen< von Mac OS X Mointain Lion besorgen spielt Apple noch mit. Einmal bestellt erhält man ein PDF mit den Lizenzinformationen und eine separate E-Mail mit einem Passwort zum Öffnen des PDF. In den Unterlagen findet sich dann ein Code zum Download von Mountain Lion aus dem App Store. Nun ist zwar der Download auf einen »Firmenaccount« gemeldet, das Systemupdate lässt sich aber – ohne weitere App Store-Account Abfrage – auf diversen Rechnern sauber installieren und der Lizenzbrief kann ich den Aktenordner mit den Softwareeinkäufen wandern. 

Bring your own App – Apple Volumenlizenzen

Das selbe Spiel funktioniert gut mit diversen Apps die Apple anbietet. Darunter unter anderem Final Cut Pro X, Numbers, Keynote, Aperture, iPhoto oder Mac OS X Server, die sich natürlich mit den gängigen Tools im Netzwerk verteilen lassen. Der Haken: »Mehrfach-Lizenzverträge und Maintenance Verträge sind für alle Apple Produkte ab einer Stückzahl von 20 Lizenzen erhältlich.« Wer also beispielsweise fünf Rechner mit Final Cut ausstatten möchte, muss sich etwas anderes einfallen lassen und – bei sauberer Lizenzierung – frische App Store-Accounts für die Benutzer/Maschinen anlegen.

Oder aber die Benutzer nehmen die Sache teilweise selbst in die Hand, was sich kaum vermeiden lässt, da es einfach einfacher ist. Frei nach dem Motto »Bring your own App«, wie es auf iOS-Geräten durchaus schon üblich ist. Und genau das wird mit der Zeit immer häufiger passieren, zumindest wenn die Administratoren mitspielen und zulassen das der Geschäftsrechner mit dem privaten App Store-Account gebundled werden darf. Für mich ein durchaus denkbarer Weg den Benutzern mehr Möglichkeiten bei der Gestaltung ihrer kreativen Arbeit am Mac zu geben und den Softwarekauf – und vor allem die passende Softwareauswahl – zu vereinfachen. In Abstimmung mit Firma, Buchhaltung und den Admins lässt sich so auch für die Firma gekaufte Software auf einen Privataccount registrieren und abrechnen. Umdenken vorausgesetzt und natürlich im Bezug auf Software, die einen passenden preislichen Rahmen bietet. Beim User fordert das allerdings ebenfalls ein Umdenken, da im Gegenzug nicht jede 2-3-Euro Software mit einem fünfseitigen Rückerstattungsantrag in der Buchhaltung eingereicht werden sollte.

Alternativ wäre es jedoch erfreulich, wenn Apple die Möglichkeit der Volumenlizenzierung weiter ausbauen würde und auch die App-Entwickler selbst Softwarepakete etc. anbieten dürften. So würde ich für die Bildbearbeitung in einer Webredaktion lieber 10+ Lizenzen von »Pixelmator« anschaffen, statt auf einzelne DVD-Boxen von »Photoshop Elements« zu setzen. Volumenlizenzen im App Store würden im Geschäftsbetrieb vieles vereinfachen. Bleibt natürlich die Frage, ob Apple das interessiert.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.