Sequel Pro

Sequel Pro

Kaum mehr eine Anwendung oder Webseite funktioniert ohne darunter liegende Datenbank. Neben kommerziellen Lösungen von Oracle und Microsoft erfreut sich dabei MySQL – insbesondere im Webbereich – großer Beliebtheit. Abgesehen von der Tatsache, dass es sich dabei um ein kostenloses Datenbanksystem handelt, existiert eine große Auswahl an Hilfsprogrammen, die das Modellieren von Datenbanken und das editieren von darin gespeicherten Daten erleichtern. Bereits vor einigen Monaten habe ich einen Artikel über MySQL Workbench verfasst.

Im Gegensatz zur grafischen Modellierung von Datenbankmodellen, wie sie MySQL Workbench ermöglicht, möchte ich mich heute einem eher klassisch gehaltenen MySQL-Client zuwenden. Die Rede ist hier von »Sequel Pro«, einem nativen Mac-Programm, das in reinem Cocoa programmiert wurde. Damit wäre auch schon die erste Besonderheit erwähnt: Das Programm sieht so aus, wie man es unter Mac OS X von einem Programm erwartet. Und es reagiert auch so, wie man es sich von einer guten Anwendung erwartet – nämlich äußerst flink. Gut!

Sequel Pro

Natürlich sollte eine Anwendung nicht nur gut aussehen, sondern auch gute Funktionalitäten bieten. Wie bereits auf obigem Bildschirmfoto zu erkennen ist, gliedert sich Sequel Pro insgesamt fünf Bereiche. Hier lassen sich Tabellenstrukturen, Tabelleninhalte, Beziehungen von Tabellen untereinander sowie weitere Tabelleninformationen betrachten, hinzufügen und verändern. Wie von vielen Mac-Programmen gewohnt, gibt es an einigen Stellen ein Schnellsuchfeld, um das Gewünschte schneller aufspüren zu können. Ein Query-Editor mit farblicher Hervorhebung sowie Syntax-Vervollständigung (die sich durch einen Druck auf ESC zum Leben erwecken lässt) rundet die diversen grafischen Ansichten ab.

Deutlich besser gelöst als in vielen anderen Programmen dieser Art ist meiner Meinung nach das Editieren respektive Einfügen von Datenfeldern. Sehr oft handelt es sich dabei um längere Text oder aber auch Binärdaten, die in einer kleinen Tabellenzelle einfach nicht dargestellt werden können. Wird in Sequel Pro ein solches Feld zur Bearbeitung geöffnet, präsentiert sich dieses wie folgt:

Sequel Pro

Ein großes Textfeld ermöglicht schnelles Ansehen oder Ändern der Daten. Handelt es sich um binär vorliegende Daten, können diese auch als HEX-Werte betrachtet werden. Für den Fall, dass es sich bei binären Daten um ein Bildformat handelt, lässt es sich direkt in Sequel Pro anzeigen. Als Alternative zu einer händischen Bearbeitung der Daten lassen sich auch direkt Dateien öffnen, deren Inhalt dann in die Datenbank geschrieben wird.

Auf Wunsch lassen sich auch (Binär-)Daten direkt als Datei sichern. Außerdem lassen sie sich direkt mit QuickLook betrachten. Gibt man beispielsweise an, dass Rohdaten als HTML interpretiert werden soll, werden die im Bildschirmfoto sichtbaren Daten gleich deutlich besser lesbar. Neben HTML stehen natürlich auch diverse Audio-, Video- und Textformate zur Auswahl, so dass sich die meisten gängigen Binärdaten komfortabel betrachten lassen.

Obwohl Sequel Pro ein »Pro« im Namen trägt, handelt es sich dabei um ein Freeware-Programm. Wie immer wird darum ersucht, bei Gefallen ein paar Euro zu spenden, um die Weiterentwicklung und den Betrieb der Webseite zu sichern. Die Anwendung läuft in der aktuellen Version ab Mac OS X 10.5, allerdings steht eine ältere und kompatible Version für Tiger-Benutzer ebenfalls zur Verfügung.

http://www.sequelpro.com/

  1. Ich benutze dieses Programm auch seit einiger Zeit und bin hellauf begeistert. Sequel Pro braucht den Vergleich mit seinen Bezahlsoftware-Konkurenten nicht zu scheuen. Ein Keyfeature das nicht unerwähnt bleiben sollte ist der SSH-Tunnel, mit dem auf die Datenbanken zuzgegriffen werden kann, dass ermöglicht es zusätzlich auch geschlossene Datenbanksysteme (die nur lokal erreichbar sind) anzeigen zu lassen. Sollte man unbedingt ausprobieren!

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