DLC ohne Download

DLC ohne Download

In letzter Zeit tappen mehr und mehr Entwickler in die gleiche Falle und packen ihren Download-Content vorab auf die Blu-ray. Dieser bleibt dann unentdeckt auf der Scheibe, um irgendwann mit einem bezahlten Freischaltcode aus dem PlayStation Network auf die Installation zu warten. Aktuell hat es 2K mit der Erweiterung »Sinclair Solutions« für »BioShock 2« erwischt. Laut einem Eintrag im Hausforum bei 2K ist das geschehen, um sicher zu stellen, dass alle Spieler den selben Inhalt haben, was wiederum Voraussetzung für Engine und Spielstruktur von BioShock 2 sein soll. Außerdem möchte man eine (online) geteilte Spielergemeinschaft vermeiden.

Über Sinn und Unsinn solcher Aktionen lässt sich ja bekanntlich streiten. Nicht streiten lässt sich darüber, dass der DLC ohne wirklichen Download bei der Mehrheit der Spieler extrem unbeliebt ist, was auch die Publisher spätestens nach den ersten Reaktionen, beispielsweise beim DLC zu Resident Evil 5, hätten merken können. Und ich verwette mein Joypad darauf, dass sich auch beim nächsten Fall die Foren wieder mit Negativmeldungen zum Spiel füllen werden. Aber warum ist das eigentlich so?

Man kann sicherlich verstehen, dass für viele der DLC per Freischaltcode ein wenig nach einer Mogelpackung riecht und damit auch gerne mal das Kauferlebnis gestört ist, da sich die Inhalte zwar auf der eigenen Blu-ray befinden, der Publisher sie aber erst freischalten muss. Das wiederum ist ein Umstand der vielen einfach nicht gefällt, zumal auch der Begriff »Zusatzinhalt« auf den Fall nicht mehr zu 100 Prozent zutrifft. Immerhin ist der »Zusatzinhalt« ja bereits neben dem Originalspiel vorhanden und rein psychologisch damit auch Bestandteil des gekauften Gesamtpakets, bzw. der Blu-ray.

Für den Publisher wird es also immer schwer bleiben zu vermitteln, dass die Art von Zusatzinhalt eben kein berechneter Eingriff ist, um noch ein paar Euro mehr aus dem Gesamtpaket zu melken. Und aus dem Grund werden die Sinclair Solutions für viele BioShock 2-Fans auch nicht als richtige Zusatzinhalte wahrgenommen, sondern als zusätzlicher Griff in den Geldbeutel, der zwar prinzipiell OK wäre, aber in diesem Moment nicht genügend Gegenwert bringt. Schon gar nicht, wenn er schon vorab auf der Blu-ray lauert.

Viele Spieler fühlen sich dadurch einfach getäuscht und man muss sich fragen, wie lange es wohl noch dauern wird, bis das auch die letzten Publisher bemerken und ihre Zusatzinhalte anders vermarkten. Positivbeispiele für richtige Erweiterungen gibt es ja ebenfalls zu genüge. Was wäre beispielsweise mit der Stimmung zu Asasssin’s Creed 2 passiert, wenn die beiden fehlenden (und später als DLC angebotenen) Sequenzen schon auf der Blu-ray gewesen wären? Vermutlich genau das selbe wie jetzt bei BioShock 2.

  1. Da hat einer aber mal ganz kräftig im Marketing gepatzt. Wahrscheinlich wollten die einfach nur an Serverkapazitäten sparen, aber das war wohl ein Griff ins Klo und wird sich jetzt rächen…
    Mit etwas mehr Pech wird sogar ein gelanweilter Anwalt sie verklagen, da ja für etwas schon gekauftes nun noch extra Geld verlangt wird…

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