Alter Apple Mac Pro

SSD im Mac Pro

SSD im Mac Pro

Als bekennende Early Adaptors rumorte es schon eine ganze Weile im MacVillage, sobald diverse Pressemeldungen von neuen SSDs eintrafen. Mittlerweile ist das erste Exemplar der Gattung auch im Einsatz, hört auf den etwas sperrigen Namen »Intel X25-M G2 Postville 80GB« (SSDSA2MH080G2C1, MLC-Chips), verrichtet ihren Dienst als Systemplatte für einen Mac Pro und löst damit eine etwas altertümliche Festplatte ab, die Apple nun mal mit der ersten Mac Pro-Generation ausgeliefert hatte. Eine Seagate Barracuda 7200.9 mit 160GB, die aber durch ein schlankes System gerade mal mit etwas über 30GB an Daten gefüllt war. Die Übertragungsraten gehörten trotzdem nicht unbedingt zu den Besten:


^ Seagate Barracuda 7200.9, 160GB

SSD im Mac Pro

Etwas anders sieht es mit der neuen SSD aus, wobei wir noch einen Schritt zurückspringen und uns um das erste Problem kümmern, dass bei 2,5″-Festplatten in Kombination mit Mac Pros auftaucht. Wie soll die Platte eingebaut werden? Die Trays von Apple sind zwar ganz nett, werden aber frühestens mit der nächsten Mac Pro-Generation mit 2,5″-Platten kompatibel sein und dann vielleicht auch ihre Schrauben loswerden. So lange muss also eine andere Lösung her und wer auf Basteleien verzichten möchte, muss sich nach Alternativen umsehen. Da aber SSDs langsam in Fahrt kommen und er Bedarf steigt, sind verschiedene Hardware-Hersteller mittlerweile in die Nische eingesprungen und bieten passende Einbaurahmen an. Wir haben uns letztendlich für einen Adapter von Kingston entschieden, den es auch absolut baugleich von anderen Herstellern (z.B. IcyDock) gibt und um die 20 Euro kostet:

Der Einbaurahmen hat die exakten Abmaßen und Bohrungen einer herkömmlichen 3,5″-Festplatte. Und natürlich sind auch die SATA-Anschlüsse an der richtigen Position. Im Inneren wird die SSD einfach auf den silbernen Schlitten (siehe Bild) gelegt und durch das Schließen der Klappe wird die Platte in den internen SATA-Anschluss geschoben und sitzt dort bombenfest, ohne auch nur eine Schraube in Verwendung gehabt zu haben. Das Plastik-Gehäuse landet dann wiederum im Tray des Mac Pro und kann ohne Probleme eingeschoben werden. Für uns eine saubere Sache, perfekt geeignet für den Mac Pro und Geschwindigkeitseinbußen muss man nicht befürchten. Die 20 Euro sind also gut angelegt, auch wenn man vor hat herkömmliche 2,5″-Festplatten zu verbauen.

Einmal eingebaut wird die SSD mit der passenden GUID-Partitionstabelle bestückt und, in unserem Fall, mittels Carbon Copy Cloner mit dem vorhandenen System (ca. 32 GB) bespielt. Und nach einiger Wartezeit kann der Spaß dann losgehen. Der erste Griff geht natürlich zum Benchmark-Programm, welches durchaus ein Lächeln auf das Gesicht rechnen kann. Denn ausnahmsweise laufen hier Verpackungstext und wirkliche Geschwindigkeit fast absolut synchron:


^ Intel X25-M G2 Postville 80GB

Leseraten von 240-250 MB/s

Damit kann die SSD schon mal die technischen Erwartungen erfüllen. Zwar hinken die Schreibraten noch etwas hinter manchen herkömmlichen Festplatten her, dafür sind die Leseraten mit 240-250 MB/s einfach phänomenal. Und auch die Schreibgeschwindigkeit von knapp über 80 MB/s kann man keinesfalls als langsam bezeichnen. Und das ganze macht sich auch bei der täglichen Arbeit bemerkbar. Der Systemstart läuft um einiges flotter, Programme öffnen auf Klick ohne nennenswerte Wartezeit und die kompletten Reaktionen von Mac OS X gehen spürbar schneller von der Hand. Programme, die auf Bibliotheken oder Daten auf der SSD zugreifen, müssen nicht erst überlegen und Daten sammeln, sondern sind nach dem Klick einfach mit den passenden Inhalten da. Das kann vom Auslesen der Cache-Dateien im System, bis zum Öffnen von 100 Fotos in der Vorschau gehen.

Als Fazit bleibt für uns eine ganz eindeutige Empfehlung hin zu einer SSD, vorausgesetzt man kann sich ein schlankes System leisten und die größere Datenmengen sinnvoll auslagern. Eine SSD ist auf jeden Fall ein spürbares Update für das System, hat allerdings auch einen »Nachteil«. Man gewöhnt sich sehr schnell an die Vorzüge und nimmt die gewonnene Geschwindigkeit schneller als gedacht als ganz normale Sache wahr. Laptopbesitzer können sich vor allem über eine lautlose und stromsparende Platte freuen und ihr System trotzdem für knappe 200 Euro merklich beschleunigen. Mit einem Mac Pro und einer zweiten SSD im Raidverbund lässt sich die Sache dann auf die Spitze treiben, so dass auch ein InDesign-Icon im Dock kaum mehr eine Chance zum hüpfen hat. Sobald bei den SSDs die Preise weiter fallen und die Speicherkapazitäten im Gegenzug weiter steigen, dürfte dem Siegeszug der Flash-Platten eigentlich nichts mehr im Weg stehen.

  1. Hallo allerseits,

    hatte die 160er auch im MacPro (8-Core). 2x Raid0.
    Witzigerweise sind die Teile im MacBOOK Pro noch schneller. Wieso weiß ich auch nicht.
    Dort erzeugen sie im Raid 0:

    Write: 150,5 MB/s
    Read: 407,3 MB/s

    Ebenfalls mit AJA gebencht.

    Herzliche Grüße!

  2. Moin! Kannste mal mit den Werten gegentesten, die ich hier eingestellt habe? Just 4 info 🙂

    http://stadt-bremerhaven.de/solid-state-disk-ssd-im-notebook/

  3. Klar,
    kommt raus:
    Write: 138,9 MB/s
    Read: 396,6 MB/s

    schwankt immer um 3-4 MB bei mehrmaliger Ausführung (nach oben und unten).

  4. Pingback: Tweets die MacVillage.de » SSD im Mac Pro erwähnt -- Topsy.com

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