The Saboteur – Vive la France!

The Saboteur - Vive la France!

Eine kleine Spieleüberraschung aus 2009 haben wir uns noch mit ins neue Jahr genommen. Die Rede ist von »The Saboteur«, dass zwar eher mittelmäßige Bewertungen bekam, momentan aber bei mir als Geheimtipp läuft. Außerdem ist das Spiel auch ein Abschied von den »Pandemic Studios«, die von Electronic Arts leider im November 2009 geschlossen wurden. Aus der Feder des Studios stammen unter anderem »Destroy All Humans!«, »Star Wars: Battlefront«, die »Mercenaries-Serie« und »Der Herr der Ringe: Die Eroberung«. Und natürlich Saboteur als letztes Projekt.

Damit hat das Spiel natürlich nicht die besten Voraussetzungen, denn am Ende arbeitete nur noch ein Kernteam an dem Titel, der schließlich im Dezember 2009 auf den Markt kam. Herausgekommen ist ein sogenanntes »Open World Game«, in dem der Spieler, ganz im Stil von GTA, Autos klaut, mit ihnen von einem Ort zum anderen fährt, Aufträge abholt und diese dann erfüllt. Saboteur erfindet hier also keinesfalls das Rad neu und bringt auch noch andere Schwächen mit sich. Auf den Dächern von Paris herumzuklettern ist zwar schön, aber wenn man die Klettereinlagen von Ezio oder Drake gewohnt ist, sieht der Hauptcharakter eher wie ein betrunkenere Ire aus, der hölzern von Fenster zu Fenster springt.

Aber genau das ist Sean Devlin eigentlich auch, ein trinkfester Ire. Denn es würde sich natürlich kein amerikanisches Entwicklungsstudio trauen euch einen Franzosen inmitten der Résistance des 2. Weltkriegs spielen zu lassen. Ihr seit zwar mitten im besetzten Paris und somit von Franzosen umringt, spielt aber einen irischen Rennfahrer, der durch diverse Storyverstrickungen zum Widerstandskämpfer wird. Und genau hier fängt das Spiel an gut zu werden. Die seltsame Stimmung und Grafik im Spiel, in Kombination mit einer überzogenen (aber guten) Story kann gefallen und bügelt auch so manche Schwächen im Gameplay wieder gerade.

Von der Optik her haben sich die Entwickler unter anderem von »Sin City« inspirieren lassen. Fahrt ihr in ein von den Nazis besetztes Stadtgebiet, ist die Grafik, bis auf wenige Farbtupfer, in Schwarz-Weiß gehalten. Die Farbe kehrt erst mit der Befreiung der Gebiete zurück, für die diverse Haupt- und Nebenmissionen absolviert werden müssen. Insgesamt macht die Grafik zwar keine großen Sprünge, Landschaft, Häuserschluchten und auch die Zwischensequenzen sind aber trotzdem schön anzusehen. Ebenfalls sehr passend ist die musikalische Untermalung. Hier gibt es einige immer wiederkehrende Themes und natürlich diverse Songs aus der passenden Zeit. Das musikalische Hauptstück hat sich sogar in den iTunes Store verirrt.

Wenn also auch diverse technische Schwächen vorhanden sind macht Saboteur einfach Spaß und kommt mit einer schicken Story daher, die zwar einen roten Faden liefert, aber auch Platz für einige Ausflüge in die offene Welt bietet. Neben einem System zur Verbesserung der Fähigkeiten des Hauptcharakters haben die Entwickler über 1000 kleinere Events in das Spiel eingebaut. Die Arten der Events bestehen aus der Sabotage von deutschen Stellungen, für die man sogenanntes Schmuggelgut bekommt, welches im nächsten Shop gegen Waffen, Sprengstoff und Munition eingetauscht werden kann. So sind über die gesamte Karte verstreut Rakentenstellungen, Bunkeranlagen, Brücken oder einfache Propaganda-Sendemasten verteilt, die man sabotieren kann.

Bei den Events und Missionen hat man stets die Wahl, ob man diese möglichst lautlos abschließen willl, oder von Anfang an mit gezogener Waffe auf die Feinde losrennt. Ein jederzeit anpassbarer Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass nur so viel Frust aufkommt, wie ihr gerne haben möchtet. Bei über 1000 Events wiederholen sich die Ziele natürlich recht häufig, was spätestens nach Abschluss der Story-Missionen etwas langweilig wird. Alle Punkte auf der Landkarte auszumerzen bleibt aber ohnehin denen vorbehalten, die auf die Platinum-Trophäe scharf sind. Aber auch so kann man locker 20 Stunden mit dem Spiel verbringen, die keinesfalls verloren sind.

Saboteur

Bleibt als Fazit eigentlich nur, dass das Spiel mit einem abschließendem Feinschliff auch weit bessere Bewertungen einkassiert hätte. Schwächen zeigt das Spiel teilweise in der Steuerung und den etwas holzigen Bewegungsabläufen. Und auch die KI der lebenden Gegner ist oftmals nicht besser als der Panzer neben dem sie stehen. Wer sich aber auf das Setting einlassen kann bekommt eine gelungene Geschichte, unkomplizierte Action, gelungenes Missionsdesign und die passende Atmosphäre geboten. Was bei mir anfangs nur als Sonderangebot und Lückenfüller den Weg in die PS3 gefunden hat, ist im Endeffekt zu meinem Geheimtipp 2009 geworden. Denn ein paar Technikaussetzer darf sich ein Spiel mit packender Story und Atmosphäre meiner Meinung nach gerne leisten.

  1. Klingt richtig gut, nur fehlt mir im Moment die Zeit, hab hier noch einige Spiele die gespielt werden wollen 😉

  2. Da kommt im Februar ja noch einiges dazu 😉

  3. Zumindest Heavy Rain kommt dazu 🙂

  4. Und Bioshock 2 sollte es doch auch noch schaffen.

  5. Ach du sch… das kommt auch im Februar?

    Ich brauch Urlaub 😀

  6. Wenn ich das richtig verstehe, ist das Spiel im Stile von Uncharted 2, welches ich aufgrund des geringen Frustaufkommens und der pakenden Story absolut geliebt habe? Dann gehört es nämlich definitiv auch auf meine Wunschliste…

  7. Dornröschen

    saboteur ist ein open world game, also vom Aufbau und Spielablauf her eher mit einem game im Stil von GTA zu vergleichen. In Uncherted 2 sind die wege und levels ja linear. bei Saboteur fahr ich von einem Punkt zum anderen und hole mit missionen ab. so viel hat das nicht mit U2 zu tun finde ich. aber die story ist ebenfalls gelungen.

  8. Toller Artikel, mein Sohn liebt dieses Spiel und kann da zu meinem Leidwesen ewig dran hocken.

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