Mac OS X 10.5 Leopard

Schlanke Leoparden

Schlanke Leoparden

Das Betriebssystem auf der Festplatte möglichst klein zu halten kann einige Vorteile haben. Ein schmales Boot-Volume hilft nicht nur das System von der Geschwindigkeit her auf Trab zu halten, sondern beschleunigt auch das Backup und eine mögliche Migration des Systems. Günstige Terabyte-Festplatten sind zwar zweifelsohne verlockend, müssen aber nicht unbedingt bis zum Anschlag gefüllt werden. Sie erfüllen auch ihren Dienst, wenn beispielsweise nur 50 GB für ein System belegt sind. Verschwendung ist das nur bedingt, denn aktuelle TB-Festplatten sind oft um einiges schneller als die älteren Kollegen mit weniger Speicherkapazität und stecken mittlerweile als Standard in neuen Rechnern.

Sparsam mit dem Speicherplatz auf der Systempartition umzugehen kann sich also lohnen und hilft das System sauber zu halten, bei dem zwar nicht jedes zusätzliches KB zum Feind erklärt werden muss, aber durchaus einige Gigabyte unnütz auf dem Rechner lagern können. Bei stationären Rechnern wie dem iMac oder dem Mac mini bieten sich zudem noch externe Raid-Systeme an, um den Großteil der Daten auszulagern. Allein schon, weil mit internen Mitteln nur durch Bastelei eine redundante Sicherung möglich ist.

Plattenkapazität freihalten kann man bereits bei der Installation des Macs. Die vorkonfiguriert ausgelieferten Rechner von Apple sind zwar bequem, der erste Schritt beim Einrichten eines Rechners ist bei mir allerdings immer ein Griff zur Installations-DVD, bzw. zum Festplatten-Dienstprogramm, um die Vorkonfiguration erstmal loszuwerden. Ist das gewünschte System noch Mac OS X 10.6. hat das Sparen schon begonnen, da das System bereits frei von »PPC-Altlasten« ist.

Schlanke Leoparden

Im Laufe des Setups für eine Neuinstallation (oder ein Systemupdate) drückt man irgendwann den Button »Anpassen« und kann das System weiter verschlanken, indem man die Installation von zusätzlichen Sprachpaketen und Schriften deaktiviert. Die größten (unnützen) Platzfresser sind allerdings die Druckertreiber, die über 600 MB auf die Waage bringen. Statt alles auf den Rechner zu laden was es an Treibern gibt, ist die sauberste Lösung die Installation komplett zu verweigern und die Installation der Treiber der betreffenden Drucker einfach einzeln nachzuholen. Selbst in Büroumgebungen, mit vielen Druckern, lässt sich das schnell bewerkstelligen.

Ist das System erstmal installiert, fressen zusätzliche Programme weiter am Festplattenspeicher. Hier lässt sich vor allem auf Intel-Macs an den »Universal Binaries« etwas sparen. Oder anderes gesagt: Man entfernt einfach den Teil eines Programms, der dafür zuständig ist, dass die Software auch noch auf PowerPC basierten Mac-Computern läuft. Um die Dateien zu extrahieren und zu löschen gibt es eine ganze Reihe an Shareware-Programmen. Bekanntester Kandidat dürfte »Xslimmer« sein, dass zwar schon zu einer aussterbenden Art gehört, aber für 14,95 US-Dollar noch gute Dienste leisten kann. Manche Programme nehmen so, nach der Behandlung mit Xslimmer, nur noch die Hälfte des Speicherplatzes ein. Und auch beim Löschen von Programmen kann man sich einen Helfer an Bord holen, bei dem vielleicht weniger der Speicherplatz im Vordergrund steht, sondern die Ordnung. Die Rede ist einmal mehr vom »AppCleaner«, der ohne einen Cent zu verlangen nicht nur das Programm, sondern auch die passenden Einstellungsdateien löscht.

Der einfachste Weg Platz auf dem System zu sparen ist natürlich »schwere« Datenbanken wie die von iTunes oder iPhoto auf eine andere Festplatte auszulagern. Für iMac oder Mac mini-Besitzer kann ein günstiges externes System mit einer Raid1-Konfiguration (Spiegelung der Daten) zudem eine willkommene Sicherung sein. Viele Programme bieten zudem an ihre Library, statt in den Benutzer-Ordner, auf eine andere Festplatte zu legen, selbst wenn das in den Programmeinstellungen nicht unbedingt aufgeführt ist. Hält man beim Programmstart die alt-Taste gedrückt, taucht hin und wieder ein entsprechendes Menü auf. Auch hier sind die Daten auf einem gesicherten Volume besser aufgehoben als auf der Systemplatte.

Eine weitere Ursache für eine anwachsende Systempartition können Dateiablagen von Programmen werden. So legt beispielsweise NetNewsWire ein tägliches Backup der RSS-Feeds unter Benutzer > Library > Application Support > NetNewsWire > Backups ab. Und auch Safari sammelt viele Bilder für die Top Sites-Funktion. So kann es nicht schaden zu recherchieren, was das ein oder andere Programm überhaupt an Daten auf der Festplatte verteilt. Auch hier kann der AppCleaner helfen, indem man sich die Speicherorte der Programmdaten anzeigen lässt und diese nach größeren Ordnern durchsucht.

Sind alle Daten ausgelagert hat man in der Regel keine 50 GB mehr auf dem System liegen. Das bedeutet ca. 30 Minuten für ein vollständiges System-Backup mit dem Carbon Copy Cloner und ein möglicher Ausfall der internen Platte wird weniger schmerzlich, da die »Arbeitsdateien« gesichert auf einem anderen Festplatten-System liegen. Ein schlanker Leopard hilft also nicht nur dem System auf die Sprünge, sondern kann auch zu einer sicheren Datenablage »überreden«.

  1. Schön, dass mal in einem Artikel die ganzen Optimierungsmöglichkeiten dargestellt werden, um Speicherplatz zu sparen, bzw. sicherer zu sein. Aber die allermeisten User machen sich über dieses Thema erst Gedanken, wenn es zum Problem wird.
    Trotz meiner Kenntnisse und meiner IT-Laufbahn bin ich leider auch so, zumindest privat. – Deswegen suche ich dann lieber Lösungen, um schneller Backups zu machen ohne teure oder teils lautstarke RAID-Systeme. So lasse ich alle paar Tage SuperDuper! ein inkrementelles Backup von der 1TB-Systemplatte (ca. 70% belegt) auf eine identische externe Platte erstellen. Dauert um die 15 Minuten. Auf diese Weise gehe ich mit allen Macs im Haushalt um und bisher reichte das auch voll aus. Sollte mal was schiefgehen, ließe sich auch von der externen Platte starten – und die Wiederherstellung geht auch fix.

  2. Es gibt viele Wege zum Ziel. SuperDuper ist ebenfalls eine schöne Alternative und auch eine TimeMachine oder der Carbon Copy Cloner können den Zweck erfüllen. Hauptsache bleibt natürlich das man sich überhaupt die passende Strategie zurechtlegt 🙂

    Raidsysteme müssen aber nicht teuer oder laut sein. Mac OS X bietet ein wunderbar funktionierendes Software-Raid an, das auch jederzeit an einem anderen System automatisch als Raid erkannt wird und für private Zwecke durchaus ausreicht. So lassen sich beispielsweise auch schicke Dual-Festplattengehäuse (oder zwei separate Gehäuse) mit passiver Kühlung ohne eigenen Raid-Chip einsetzen. Dazu noch ein längeres Kabel und das System kann aus dem Blickfeld vor sich hin werkeln.

  3. Pingback: MacVillage.de » SSD im Mac Pro

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