Playstation 4 Controller

Zahlen über Zahlen – Computerspieler(innen) in Deutschland

Was würdet ihr schätzen, wie viel Prozent der surfenden, deutschen Bevölkerung sich mit Computerspielen vergnügt? Na? Es sind satte 65%. Das hat die nationale Gamer-Umfrage 2009 herausgefunden. Diese Umfrage ist Teil einer Reihe internationaler Umfragen, die von TNS und Gamesindustry.com in den Niederlanden, in Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Belgien und den USA unter mehr als 13.000 Teilnehmern durchgeführt wurde.

Wie das bei Umfragen so üblich ist, ergießt sich in den Resultaten eine Zahlenflut, aus der ich nur ein paar herausgreifen möchte. Zum Beispiel die: Jungs zwischen acht und zwölf Jahren nutzen zu 96% Computerspiele, im Schnitt fünf Stunden pro Woche. Vier Stunden pro Woche surfen sie im Schnitt im Internet, verbringen also nach wie vor einen nennenswerten Teil ihrer Spielzeit mit klassischen Offline-Games. Erstaunlich ist für uns Ältere, dass der Spieler-Anteil auch bei den Mädchen bei über 80% liegt. Ebenfalls ganz interessant finde ich, dass in der Altersgruppe zwischen 35 bis 49 und über 50 Jahren immerhin auch 60% beziehungsweise 39% der Bevölkerung mit Internet-Zugang spielen. Im Durchschnitt verbringen sie pro Woche mehr als drei Stunden damit. Beliebtestes Genre übrigens: Gehirn-Training. Zu der Umfrage gibt es auch eine Reihe schöner Grafiken, von denen ich ein paar einstreuen möchte, hier der prozentuale Anteil der Altersgruppen an der spielenden Bevölkerung:

Gaming Hours

Eine Spitzenposition nehmen deutsche Spieler in der Bereitschaft ein, für Spiele auch Geld auszugeben. Hier muss man bedenken, dass neben den klassischen, im Einzelhandel gekauften Spielen noch auf Mobiltelefonen gespielten Games, Online-Spiele-Portale und Abonnements sowie virtuelle Produkte, die in Spielen wie World of Warcraft gekauft werden können, hinzukommen. 70% der Spielkonsolen-Nutzer sind zahlungsbereit (und 4% geben zu, sich illegale Kopien zu ziehen), 34% bezahlen für Spiele auf dem Mobiltelefon, 38% der Spieler von MMOs und Teilnehmer anderer virtueller Welten lassen dort auch Geld. Dazu ist die Grafik ganz interessant auf der man sieht, wo überhaupt so gespielt wird. Und da gibt es tatsächlich eine Plattform, auf der die Mädels deutlich aktiver sind als die Jungs, nämlich die Spieleportale im Netz.

Von besonderem Interesse ist meiner Meinung nach die Entwicklung von Spielen auf Mobiltelefonen und in sozialen Netzwerken, die ja als Spieleplattformen der Zukunft gehandelt werden. Und da hinkt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern doch deutlich hinterher. Gerade mal 11% der Spieler, die in Sozialen Netzwerken wie facebook spielen geben an, dort ihre Hauptspielzeit zu verbringen (in den USA sind es 24%). Bei den Handys hängt es natürlich stark von der Verbreitung entsprechend potenter Smartphones ab, Mobiltelefone wie das iPhone sind in den USA einfach schon weiter verbreitet, weshalb ich 13% (Hauptspielzeit!) für Deutschland gar keinen so schlechten Wert finde, vor allem bei einem Gesamtanteil von gut 20%, die überhaupt mobil spielen (und von denen übrigens wiederum 34% bereit sind, auch dafür zu zahlen). Das heißt ja, dass über die Hälfte der mobilen Spieler hauptsächlich mobil spielen. Da ist absehbar, welch für ein gigantisches Wachstumspotential noch in dieser Branche steckt.

(via)

  1. Das ist das schöne an Blogs. Sie stoßen einen auf Dinge, über die man nie nachgedacht hat.

    Wenn ich von mir ausgehe, glaube ich, dass alles das Zukunft hat, was immer verfügbar ist. Der Play Station Online-Store genauso wie die Spiele bei Facebook und Co.

    Und: Die Frage ist natürlich die Definition von „Gamer“. Wenn eine Partie Windows-Solitär dazugehört, fallen auch meine Eltern rein. Wenn nicht, dann nicht. 😉

    Am interessantesten finde ich aber den Mann-Frau-Vergleich oben. Wenn Jungs aufhören mit exzessiven Zocken, fangen die Ladys gerade erst an. Was soll uns das sagen? 😉

  2. Zu »Spielen« gehört definitiv auch Solitaire, Deine Elteren gehören voll dazu! 🙂 Deswegen wird dieses Thema ja immer etwas stiefmütterlich behandelt. Die »echten« Gamer wollen sich damit nicht befassen, für alle Anderen ist das Thema Spiele Präkariats-Pfui. Was nachgewiesenermaßen ein riesen Bullshit ist.

    Ich denke auf jeden Fall auch, dass reine Offline-Spiele keine große Zukunft haben. Und die klassische Interpretation bzgl. der Geschlechterrollen wäre ja: wenn Spiele sozialer werden und Frauen im Sozialen besser sind wird der Anteil weiblicher Spieler auch einen gewaltigen Zuwachs erfahren. Was uns das sagen soll …? Schwer zu sagen – warum äußert sich nicht mal eine Frau zu?! 😉

  3. Da wirfst Du einen interessanten Punkt auf. Ich stelle in meinem Facebook-Umfeld fest, dass gerade Frauen gefesselt sind von FarmVille, Mafia Wars und entsprechenden Derivaten/Abänderungen. Und gerade bei diesen Spielen liegt der Reiz ja auch darin, dass auch Freunde das spielen.

    Aber eben nicht so wie Jungs das Tun würden (in Clans gegeneinander kämpfen, beim Fußball gegeneinander spielen etc.) sondern so, dass jeder für sich spielt, aber den anderen helfen, Sachen schenken, Nachrichten hinterlassen etc. kann.

    Das erscheint mir in der Tat als Erfolgsgeheimnis dieser Spiele bei Frauen. Jungs reicht es, „erfolgreich“ zu sein beim Zeitvertreib, Kontaktpflege machen wir anders.

  4. Aus eigenen Erfahrungen kann ich sagen, dass durch diese ganze Social Gaming Geschichte z.B. Facebook, Frauen voll reingezogen werden. Gerade was Michael Völker sagt, kann ich nur unterstützen.

    In meinen Augen nahm alles den Anfang mit Sims, das war für mich das erste digitale Puppenhaus. Ich denke die nächste Generation von Frauen wird genauso vor der Flimmerkiste hängen und zocken wie die Männer. Auch was Konsolen angeht. Ich denke die Wii (in meinen Augen eine Frauenkonsole) hat dort auch einiges gut gemacht!

  5. „Jungs zwischen acht und zwölf Jahren nutzen zu 96% Computerspiele“ das ist allerdings echt heftig. Hätte ich nie gedacht, dass es soviele sind. Denke aber auch eher dass es traurig ist. Denn ich kann mir vorstellen dass ein großer Teil jeden Tag stundenlang vor dem PC oder der Konsole sitzen und zocken, anstatt was für die Schule zu tun….

    Zu meiner Zeit gabs sowas nicht.

    LG
    Orkling

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