Sex sells – auch mobil

AXE Wake-up Service

Ein Unternehmen, dass die online-offline-Interaktionsmöglichkeiten unter Beimischung einer ordentlichen Ladung »Sex sells« zu nutzen weiß, ist die Kosmetikmarke Axe des Verbrauchsgüter-Giganten Unilever. Eine äußerst erfolgreiche Kampagne auf dem japanischen Markt war z.B. der »AXE Wake-up Service«. Da konnte man sich eine Applikation aufs Mobiltelefon laden und in dieser Applikation eine junge Dame wählen (Auswahl: siehe oben), die einen allsdann allmorgentlich zum gewählten Zeitpunkt anrief (ja, natürlich automatisiert, nein, die App geht nicht in Deutschland). Begleitet von einer Reihe von Wallpapern und dem Ansporn, nach längerer Nutzung einen Geheimcharakter freizuschalten, kam die Kampagne auf beeindruckende 200.000 Unique Visitors in den ersten zwei Wochen.

Und heute Morgen bin ich über eine weitere Kampagne gestolpert, die Axe zur Markteinführung eines neuen Deos in Uruguay gelauncht hat. Da sieht man eine Printanzeige, auf der eine hübsche junge Frau zu sehen ist. Allerdings sind alle Stellen ihres Körpers, die (nicht nur) für potentielle Axe-Kunden sexuelle Attraktivität ausstrahlen könnten, großflächig mit weißen rechtecken verdeckt. »Was soll der Quatsch?«, fragt sich der Betrachter und liest dann den Satz »To complete this ad send AXE to 2345 after 9 pm.« Die genannte Uhrzeit suggeriert Jugendschutzgründe und macht es nur noch interessanter. Folgt man nun der Aufforderung der Anzeige, erhält man eine MMS, die den Rest des Bildes enthält. Somit komplettiert sich die Anzeige, wenn man das Handy darüber hält. Das ist schon eine ziemlich originelle Idee, aber seht selbst (zum Vergrößern draufklicken):

AXE - call to complete the ad

Ganz egal, wie man das jetzt inhaltlich findet, die Einsatzweise des mobilen Endgerätes ist faszinierend. Ein Handy ist ja lange nicht mehr nur zum Telefonieren da und hat zahlreiche physische Funktionalitäten im Angebot, die sich auf verschiedenste Art und Weise nutzen lassen, was der prosperierende App-Store von Aplle beweist. Das, was früher mal ein Telefon war, wird in Zukunft nichts Geringeres, als das ständig verfügbare Portal zwischen physischer und digitaler Welt sein. Und wenn man es als solches betrachtet, als Werkzeug, das Interaktion ermöglicht, nicht als kleinen Laptop, scheinen die Möglichkeiten gerade auch für kreative Marketer grenzenlos. Zumindest wirkt der Gedanke, schnöde Display-Ads weiter als basale Werbeform zu betrachten, durch Best Practices wie diese zunehmend absurd.

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