Switcher-Stories [Teil XY]

Switcher-Stories

Zum Wochenende haben wir mal wieder eine »Switcher-Story« aus dem Propaganda-Büro des MacVillage parat. Diesmal eingeschickt von Alexander Lauster: Die Odyssee eines Switchers – Wie ich zu meinem Mac kam. Immer wieder interessant zu lesen, wie manchmal die Wege sind, die einem zu einem Mac führen:

Sonntag, 14.12.08 – 15.00 Uhr:
Geschafft, nach wochenlangen Überlegungen habe ich mich entschlossen, ein neues Zuhause für mein Linux-System zu kaufen, damit gehen über 700€ an einen amerikanischen Markenhersteller. Da ich in der Regel alle drei, vier Jahre einen PC kaufe, ist der übliche Snick-Snack mit drin, Quad-Core, 8 GB RAM, eine Monster-Grafikkarte… . Lieferzeit: eine Woche. Lieferdatum: 24.12.08. Hört sich gut an, schönes Weihnachtsgeschenk …

Donnerstag, 18.12.08 – 10.00 Uhr:
Nanu, ein UPS-Auto vor dem Haus, und ein großes Paket im Flur. Ich habe die Ankunft meines PCs im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen. Nun gut, wird gleich ausgepackt, schaut schick aus, passt perfekt zu meinem Monitor. Eine Sache stört mich aber jetzt noch: Nach dem Boot von Windows Vista komme ich mir vor, wie ich sitze neben einer Flugzeugturbine. Na ja, vielleicht liegts an Vista, runter damit, Linux wird es schon richten.

Donnerstag – 12.00 Uhr:
OK, Linux kann es nicht richten, es wird sogar noch schlimmer. Also ein Anruf beim Hersteller-Support: Es liegt angeblich bei der Grafikkarte, sie schicken einen Techniker. Na dann, warten wir mal ab …

Montag, 22.12.08 – 9.00 Uhr:
Der Techniker ist im Haus, Grafikkarte getauscht, aber das Pfeifen bleibt, Lüfterlärm wird noch schlimmer. Ich frage nach Austausch des Rechners: „Nein, das geht jetzt nicht mehr, da 1. eine Reparatur erfolgt ist und 2. nicht mehr das Originalsystem installiert ist.“ Jetzt reicht es aber wirklich, ich rufe sofort beim Support an, da der Techniker den Rechner nicht mitnehmen darf ohne Auftrag der Firma. Aber anscheinend wollen die mich nicht mehr betreuen, ich komme einfach nicht mehr durch.

Dienstag, 23.12.08 – 10.00 Uhr:
»Diese Woche kann ich Ihnen leider keine Rückholung buchen, da die betreffende Abteilung im Urlaub ist, da müssen Sie es nochmals am Montag probieren.« Als ich diesen Satz gehört habe, war für mich klar, nie wieder an Produkt dieses Herstellers. Ich habe mir verkniffen, nach dem Passierschein »A38« zu fragen, aber egal. Ein kleines Problem hatte ich aber noch: Mein alter PC war schon verkauft, und ich stehe in spätestens zwei Wochen ohne Rechner da. Da passt es aber wunderbar, dass ich den Newsletter eines Elektronikhändlers abonniert habe, der mir mitteilt, das ab Montag (29.12.09), Rechner im Angebot sind. Oha, ein iMac 20“ mit 2 GB RAM, für eine dreistellige Summe. OK, ein paar Euro mehr sind es schon, aber mit einem Mac habe ich schon immer geliebäugelt.

Samstag, 27.12.08:
Nach den Weihnachtsfeiertagen (und den unruhigen Nächten dazwischen) steht der Wechsel fest, für mich. Da andere Nutzer aber noch an den Rechner müssen, wird das Wochenende interessant (gut, diese Nutzer haben auch vor fünf Jahren den Wechsel auf Linux überlebt).

Montag, 29.12.08 – 9.30 Uhr:
Mit dem Support des neuen PCs habe ich gerade die Abholung des »neuen« PC‘s gestartet, der Paketdienst kommt morgen. Jetzt geht‘s zum Elektronikmarkt, wo eine große weiße Schachtel auf mich wartet (eine ist auf mich reserviert worden).

Montag – 10.00 Uhr:
Ich stehe mitten in der Computerabteilung des Händlers meines Vertrauens, dem Heulen nahe: »Es sind keine iMac‘s aus dem Angebot mehr da. Tut mir leid.« Ich versinke fast im Boden. »Ich habe doch heute morgen angerufen, mit der Bitte, einen Rechner auf die Seite für mich zu stellen?!?« »Moment, da kommt der Kollege, vielleicht weiß der mehr …« Er wusste mehr, nämlich, dass noch eine Schachtel gut versteckt »in Sicherheit« gebracht wurde, für mich.

Montag – 12.00 Uhr:
Da steht er, in der Mitte des Schreibtisches. Irgendwie sieht jetzt der Arbeitsplatz viel »edler« aus als sonst. Ah, das durchgestylte Willkommensvideo, und jetzt der Assistent zum Einrichten des Systems.

Montag – 13.00 Uhr:
Neuer Lieblingssatz: »Mac ist geil, geiler, am geilsten!«. Time Machine ist eingerichtet, dank neuer 1TB-Festplatte und Firewire800 geht das Backup in Windeseile. Updates werden gerade installiert, ein Update von Mac OS X 10.5.4 auf 10.5.6 ist nicht ohne. Aber sonst läuft alles einwandfrei …

Die ersten Erlebnisse mit einem Mac
Nachdem nach dieser Odyssee der iMac auf meinem Schreibtisch stand, war das erste Starten eines fast geräuschlosen Rechner ein Genuss. Nach dem obligatorischen Startvideo (danke Apple für dieses Video, viel besser als vergleichbare Videos bekannter, nicht zu nennenden Software-Hersteller) und dem Einrichtungsassistenten bin ich zum ersten Mal vor einem Mac gesessen, und »sollte« damit arbeiten. OK, da unten ist das Dock, oben Uhr, WLAN (Verzeihung, Airport), Bluetooth, … , das Apfelmenü, und die »Menüleiste«. Nachdem ich mich fünf Minuten mit dem Bedienkonzept des Finders auseinandergesetzt habe, war das Übertragen der Daten schnell und einfach erledigt.

Stop, zwei große Fehler innerhalb von einer Stunde:
Ich habe meine Fotos aus Routine einfach auf die Festplatte gezogen. Dass aber iPhoto diese dann in seinen eigenen Ordner kopiert, ist mir erst aufgefallen, als mein freier Festplattenspeicher »dahin schmolz«. Also Bilder noch einmal löschen, und direkt von der DVD in iPhoto ziehen. (OK, ich weiß, ich hätte nur einfach die Bilder im Bilderordner löschen können, dass ich mir aber erst eingefallen, als es zu spät war.) Ungefähr das gleiche wie bei iPhoto, nur mit der Musik in iTunes. Mit dem Unterschied, dass ich hier nur die Kopie von der DVD gelöscht habe, nachdem iTunes seine Kopien gemacht hat.

Nachdem ich meine Daten und die Daten der anderen Benutzer richtig abgelegt habe, habe ich das hupfende Symbol der Softwareaktualisierung aufgerufen und sage und schreibe 1,6 GB Updates geladen (sind bei 3000DSL ungefähr eine Stunde und 15 Minuten). Nach etwa zwei Stunden hat er um einen Neustart gebeten, was ich (da mir nicht anderes übrig blieb) auch gemacht habe.

So, nachdem jetzt Einstellungen, Daten, Updates, etc. passen (dauerte etwa fünf Stunden) wollte ich meine 1TB-Festplatte per Firewire 800 anstecken. Moment, wo ist sie denn? Kein Symbol am Schreibtisch, aber die Festplatte lief. Nach einem kurzen Blick ins Festplattendienstprogramm war klar, warum da nicht voran ging: Ein Mac OS X erkennt einfach eine Festplatte mit ext3 (Hä? ext3? Das ist ein Linux-Dateisystem, vergleichbar wie mit HFS+ unter Mac.). Nachdem eine GUID-Partitionstabelle und HFS+ eingerichtet war, fragte Time Machine, ob diese Festplatte als Backup-Volumen verwendet werden sollte. Ja, soll es. Nach etwa 15 Minuten war die Sache dank Firewire erledigt, Time Machine läuft seit damals durch und macht brav stündlich ein Backup.

So läuft seit etwa sechs Monaten der Mac einwandfrei, und mit iPod touch, Airport Express, iWork 09 und iLife 09 … wird das hoffentlich auch so bleiben. Bis zum Herbst. Denn da hält eine neue Katze Einzug, namens »Snow Leopard«. Das ist aber eine andere Geschichte …

  1. Alexander (Hamburg)

    Danke für diese kleine Geschichte, ich freu mich für Menschen, die offen für neue Erfahrungen sind 🙂

  2. Deine Geschichte ist gut geschrieben und liest sich angenehm! 🙂

    Dass MacOS nicht wirklich Support für ext2/3/4 bietet, finde ich persönlich ein wenig schwach. Immerhin kann Linux HFS+ lesen, falls man mal vom Backup lesen muss, weil der Mac einen Defekt hat. Genau das habe ich erst vorgestern gemacht, Linux hat tadellos von HFS+ auf NTFS umkopiert, sehr brav. 🙂

    Ich persönlich habe mich vor zwei Jahren für einen Mac entschieden, weil ich keinen Laptop mit Vista-Zwangsabgabe kaufen wollte. Und Linux auf dem Laptop wäre mir zu viel Bastelei geworden. Da blieb dann eigentlich sowieso nur noch eine Option.

    iMacs finde ich persönlich sehr hübsch, aber die „Koppelung“ mit dem Bildschirm sagt mir nicht wirklich zu. Der Bildschirm ist für meinen Geschmack zu weit oben im Gerät verbaut und zum anderen will ich den lieber extra haben (da ich auch noch andere Rechner habe und den Eingang einfach umschalte).

  3. Ja, das mit ext-Dateisystemen ist wirklich schade. Man kann zwar mit MacFUSE nachhelfen, aber eine ins System integrierte Lösung wäre natürlich ideal.

  4. Michael Zipser

    Ein großer Mac-Neuling Fehler: Beim Eingeben der E-Mail Adresse für das @ Apfel q drücken. Zum Glück warnen die modernen Browser. Aber „back in the days“ war das echt ein riesen Spaß.

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