Politischer Querschläger

Politischer Querschläger
^ Screenshot aus dem »Killerspiel« SOCOM

Eigentlich sollte das Thema ja nur klein in unseren Shortcuts kommen. Langsam empfinde ich das aber als Fehler, weswegen wir ein bisschen ausführlicher über die Innenministerkonferenz (IMK) in Bremerhaven berichten möchten, die sich heute für ein Herstellungs- und Verbreitungsverbot von sogenannten Killerspielen ausgesprochen haben. Die finale Beschlussvorlage der Ministerriege lautet folgendermaßen:

»Für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist, ein ausdrückliches Herstellungs- und Verbreitungsverbot so schnell wie möglich umzusetzen.«

Würde es nach Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gehen, möchte man das angesprochene Verbot noch vor den Bundestagswahl ermöglichen. Der Beschluss zum Verbot der Spiele müsste jetzt natürlich noch durch den Bundestag »abgesegnet« werden. Denn was bisher geschehen ist, ist nicht mehr als eine Art Positionsbestimmung, oder anders ausgedrückt ein Vorschlag der Innenminister. Und es scheint ein ziemlich hilfloser zu sein, der einmal mehr zeigt, wie wenig man sich mit der Videospielkultur auseinandersetzen möchte, was auch unlängst die Karlsruher CDU-Fraktion wieder bewiesen hat, indem man der Veranstaltung »Intel Friday Night Game« die entsprechenden Steine in den Weg legte.

Dazu muss man immer wieder erwähnen, dass Deutschland (im internationalen Vergleich) bereits einen strengen Jugendschutz aufweisen kann und ein solcher Verbotsvorschlag eigentlich Quatsch ist. Wir haben mit der USK bereits eine funktionierende Selbstkontrolle für Spiele. Und diese hat natürlich auch die Möglichkeit Spiele zu indizieren und zu verbieten. Für mich ist das Vorpreschen der Innenminister mehr und mehr eine peinliche Nullnummer, die hoffentlich, wie die anderen »Killerspielverbote« zuvor auch, in irgendeiner Schublade verschwinden wird. Hauptsache man kann sich nicht vorwerfen lassen, überhaupt nicht reagiert zu haben. In Wahlkampfzeiten scheint da jedes Mittel recht zu sein.

  1. Es ist einfach nur traurig, dass alles auf die Videospiele geschoben wird. Wo man wenn überhaupt virtuell tötet.

    Während ich im Schützenverein einfach so an echte Waffen komme und nachdem Schießen wird dann noch ordentlich gesoffen, dass ist natürlich viel besser.

  2. Naja, das ist ja bestimmt auch ein Vorurteil an die Schützenvereine 😉 Die müssen ja demnächst mit den neuen Verordnungen auch so einiges ändern, was sie nicht unbedingt freuen wird.

  3. Ich kenne einige die mal in einem Schützenverein waren und sind und da soll es ähnlich abgehen wie bei der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Dorf 😉

    Ein generelles Waffenverbot ist wohl schwierig bei der Waffenlobby in Deutschland, da geht ein Verbot von Shootern natürlich schneller…

  4. Obwohl wir hier in der Schweiz sogar die Militärwaffen zuhause haben, passiert bei uns dementsprechend wenig. Wir müssten ja auch alle Amoklaufen wenn da etwas daran wäre. Ich denke dass da in den meisten Fällen wohl die Erziehung falsch gelaufen ist.
    Das Ganze aber den „Killerspielen“ in die Schuhe zu schieben ist ziemlich dreist.
    Wir haben die PEGI und trotzdem keine solchen Probleme. Was müsste man da sonst noch alles verbieten? Paintball, BB Guns, Horrorfilme…. Echter Quatsch was die da diskutieren!! Als hätten wir keine anderen Probleme.

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