Ein Blick durch ProCamera

ProCamera

Ich muss zugeben, dass ich die Kamera im iPhone nur selten anwerfe. Wenn, dann aber so gut wie nie mit Apples eigener Software. Zwar geht der Versuch ordentliche Fotos zu schießen meistens nach hinten los, dass man aber gute Ergebnisse mit der integrierten Kamera erzielen kann, hat beispielsweise photocritic.org mit einer zusammengesammelten Galerie bewiesen.

Eine Motivation mehr einen Blick auf das Programm »ProCamera 1.0« (iTunes-Link) zu werfen, dass im App-Store für 2,39 Euro angeboten wird. Und das besitzt durchaus einige Funktionen, mit denen sich das Kamera-App von Apple ersetzen lässt. Neben einem praktischen Selbstauslöser (inkl. Countdown und Warntönen) ist mein Highlight der integrierte künstliche Horizont von ProCamera. Das Feature ist nicht nur eine gute Idee, sondern verhindert auch zuverlässig schräg aufgenommene Bilder:

Pro Camera - Horizont

Ein weiteres Feature ist der (zuschaltbare) Verwacklungsschutz, der über die Beschleunigungssensoren des iPhones gesteuert wird und versucht im richtigen Moment auszulösen. Im Idealfall ist das natürlich dann, wenn man die Hand am ruhigsten hält. Schnappschüsse sind so natürlich nicht möglich, die Ergebnisse dafür in der Regel scharf. Für eine ruhigere Hand sorgt übrigens auch die Funktion einfach auf den Bildschirm tippen zu können, um ein Foto aufzunehmen. So kann das iPhone besser im Griff behalten werden und man muss nicht, wie beim Apple-App, verkrampft den Aufnahme-Button suchen.

Bei einem der wenigen Kritikpunkte ist mir der Entwickler bereits zuvorgekommen und hat seit kurzem auch eine eigene Homepage für das Programm online. Generell könnte man das Programm aber sicher noch etwas schicker anpreisen. Ansonsten vermisse ich eigentlich nur einen integrierten Zugriff auf den Bilderordner im iPhone oder eine kurze (optionale) Rückschauzeit nach dem Speichern der aufgenommenen Bilder. Das Sichern der Bilder (mit 1600 x 1200 Pixeln) dauert zudem noch etwas länger als vom Apple-Programm gewöhnt, was aber nicht wirklich ins Gewicht fällt. Aber auch hier stehen bereits Verbesserungen auf der To-Do-Liste des Entwicklers.

Alles in allem darf man von ProCamera keine vollautomatischen (Bild-)Wunder erwarten, denn allgemein sind Handykameras eben nicht der beste Qualitätsgarant und das Foto macht immer noch der Fotograf. Wer aber auf der Suche nach einem Ersatz für die integrierte Kamerasoftware ist, wird mit dem Programm sicher fündig. Der künstliche Horizont und ein Selbstauslöser sind mehr als praktisch und das Programm holt aus den Bildern definitiv mehr raus, als das spartanische Apple-App. Dass sich ProCamera mittlerweile auf Platz 2 der Top-Apps (Kategorie Fotografie) vorgearbeitet hat, ist deswegen auch nicht weiter verwunderlich.

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