Die Business-Tauglichkeit

MacBook Pro

Heute kam eine interessante Frage im MacVillage an. Es geht um die »Business-Tauglichkeit« des MacBook Pro und was für Erfahrungen wir damit gemacht haben. Konkret will eine kleine Arbeitsgruppe von 5-8 Mitarbeitern den großen Switch hin zu Mac OS X wagen und flächendeckend auf Apples Laptop-Flaggschiff setzen. Nun, vielleicht ist es falsch einen überzeugten Mac-Anwender zu fragen, ob man Windows den Rücken kehren soll oder nicht.

Aber egal, denn die Frage kommt momentan häufiger auf als man denkt. Neue Hardware steht im Business-Plan und deswegen hat man einen Grund mehr, auch mal über den Tellerrand zu sehen. Vielleicht lohnt es ja und von Windows Vista hört man ohnehin nicht viel gutes?

Das MacBook Pro ist meiner Meinung nach voll businesstauglich, sofern man nicht von spezialisierter Software abhängig ist, die nur für die Windows-Welt geschrieben wurde. Wenn nach meinen Erfahrungen etwas nicht klappt bei einem Switch, dann sind es die Gewohnheitstiere, die nicht mehr über Windows hinauslernen wollen. Und selbst wenn das nicht immer auf Anhieb klappt: Der Mac kann über Virtualisierung auch Windows und Linux. Es gibt also eigentlich kein Entweder-Oder mehr. Windows ist auf dem Mac nur ein Programm das installiert wird, um weitere Programme zu installieren.

Der Rest läuft dann (fast) von selbst. Microsoft Office ist gerade mal wieder aufgefrischt für den Mac auf den Markt gekommen und eine Exchange-Lizensierung kommt mit dem iPhone-SDK im Juni. Dann sollte auch Apple Mail noch etwas Business lernen. Und was werden die Business-Kollegen und Kunden sagen, wenn man für den nächsten Vortrag mal eine Designvorlage aus Apples Keynote benutzt, statt den bekannten Animations-Overkill aus PowerPoint? Die vielen Kleinigkeiten machen bei Mac OS X den Unterschied.

Jetzt würde ich sagen bist du am Zug, Denis. Her mit den Fragen, die Antworten werden schon kommen 🙂

  1. Moin zusammen,

    Situation wie oben beschrieben. Bisher hat keiner der Mitarbeiter Erfahrungen mit einem Mac. Die Laptops werden vor allem im Außendienst – beim Kunden vor Ort – eingesetzt. Bedeutet also in einem Umfeld mit 99% Microsoft-Anwendern und Anwendungen mit allen klassischen Office-Tools. Aktuell stellt sich die Frage komplett auf das neue System zu wechseln. Leider finden sich wenige Erfahrungsberichte zur „Business-Tauglichkeit“ im Alltagseinsatz der Geräte. Ich wüsste einfach gerne was bei einem Systemwechsel bzw. im täglichen Einsatz Probleme verursachen könnte und wo es Schwierigkeiten zwischen den Systemen geben kann. Würde mich auf Rückmeldungen und Erfahrungen freuen.

  2. Welche Branche? Die Mitarbeiter sollten natürlich eine gründliche Einführung bekommen und dem Wechsel nicht ablehnend gegenüber stehen. Technische Probleme könnten z.B. bei der Anbindung von Zusatzgeräten entstehen.

    Zu bedenken ist auch, dass das Sicherheitskonzept eventuell neu überdacht werden muss, je nachdem was bereits besteht. Bestehende Infrastruktur und Netzwerkdienste sind ebenfalls auf Mac-Tauglichkeit zu überprüfen (z.B. Groupware). Wie du mittlerweile wahrscheinlich herauslesen kannst, hängt so ein Wechsel zu einem nicht unerheblichem Teil davon ab, was bereits vorhanden ist.

  3. Sicherheitskonzept neu überdenken? Groupware? Habt ihr wirklich eine Serverbasis »zuhause« stehen, oder köchelt eher jeder sein eigenes Süppchen auf dem Laptop?

    So grob würde ich sagen mit Office wird es keine Probleme geben. Zur Sicherheit könnte man ja bereits verfügbare Lizenzen in einer virtuellen Maschine (Win XP) auf dem MacBook Pro mitlaufen lassen: parallels.com oder vmware.com/download/fusion/

    Diverse Hardware müsste man noch auf Mac OS X-Kompatibilität checken. Zum Beispiel Drucker, UMTS-Karten, Mobiltelefone/Organizer und deren Synchronisation mit dem Mac. Da wird eher mal was haken, als bei Office würde ich vermuten.

  4. Erstmal Finger weg von Parallels für den geschäftlichen Einsatz. VMWare ist um einiges besser (multiple CPU-Kerne, Grafik, etc.) und Parallels macht keinen besonders guten Eindruck mehr. Nicht zuletzt machen die gerade bei der MacUpdate Promo-Aktion mit (mupromo.com), wo die Software im Paket zu geringerem Preis (Gesamtpaket) verschleudert wird, als man für eine Einzelplatzlizenz zahlen müsste.

    Drucker sind i.d.R. kein Problem, wenn nicht gerade Speziallösungen vorhanden sind. Sofern Postscript unterstützt wird, sollte es mit dem Mac funktionieren, anderenfalls stellen die Hersteller meist Treiber oder die Opensource-Community hilft weiter.
    Bei Mobiltelefonen wird es schon schwieriger. Da kommt es einfach auf die Marke, das Alter und das Anforderungsprofil der Anwender an. Mit LDAP und einer passenden Sync-Software (Nokia/Sony, spez. Tools für andere Fabrikate) sollte sogar eine Unternehmensweite Kontaktdatenbank möglich sein. Auch CRM auf dem MacBook wäre bei halbwegs intelligenter Vorgehensweise bei der Integration kein Problem.

    Ich beobachte sehr oft, dass die Entscheider oft im Blindflug handeln, die IT-Abteilung sich extrem auf gewachsene Strukturen und entsprechendes Denken festlegt und die Anwender nur noch mit Abwehrhaltung reagieren, weil sie schon seit Jahren von „der IT“ genervt, gegängelt und gestresst wurden.
    Muss ja nicht überall so sein, aber ab einer gewissen Unternehmensgröße wird ein Wechsel nicht nur vom Willen abhängen. Mit 10 bis 50 Mitarbeitern sehe ich dagegen keinerlei Probleme, selbst nicht bei branchenspezifischer Spezialsoftware, die kann ja in einer VM laufen.
    Letztendlich entscheidet nur der Wille, den Wechsel konsequent durchzuziehen und nicht einfach neue Hard- und Software hinzustellen, so dass die ohnehin überforderten Mitarbeiter wie Rehe im Scheinwerferkegel stehen gelassen werden. – Lieber mehr Zeit und Aufwand in den Wechsel stecken, Profis (Mac-Experten, kleines Systemhaus) ranlassen und vielleicht auch an der vorhandenen Serversoftware Änderungen zulassen. Prozesse zu ändern ist auf lange Sicht meist billiger als das Festhalten am Alten.

  5. @Marc&Dennis: Danke für die Hinweise: Es ist so, dass in dem kleinen Team keine teure und/ oder aufwendige Infrastruktur vorhanden ist. Der Laptop mit Software und relevanter Sicherheitssoftware ist installiert und ist selbstständig zu pflegen. Branchenspezifische Software ist nicht vorhanden. Es gibt keine Speziallösungen. Mobiltelefone/Organizer und deren Synchronisation sollte kein Problem sein, da das iPhone immer mehr Anhänger in der Gruppe findet.
    @Patrick: Danke für deine Tipps: Ich teile deine Meinung und denke, wir werden etwas Spielraum beim Wechsel der Systeme einplanen.

  6. Dann sehe ich da keine großen (technischen) Probleme auf euch zukommen. Wie auch Patrick schon meinte: Die Umstellung wird mehr eine Kopfsache sein. Aber wenn das ganze Team neu lernt und im Prinzip die selben Anforderungen hat, geht das mit Sicherheit um einiges fixer als man denkt.

  7. Habe letzte Woche mit einem Verkäufer eines Apple-Shops gesprochen der mir ganz klar vom „Business-Einsatz“-des Apple abgeraten hat. Laut seiner Aussage ist das Office Paket für Mac nicht brauchbar. Häufige Abstürze, enorme Ladezeiten, Dateien werden nicht abgespeichert…alles was man eben so unter Zeitdruck braucht. Da sich diese Infos bei einem weiteren Shopbesuch bestätigt hat, werden wir aktuell keinen Wechsel vornehmen können…Schade…

  8. Hm, ich habe eine neue Office2008-Lizenz als Testlauf auf einem Rechner und bisher wenig Probleme damit. Klar, hin und wieder wurde mir da auch ein Absturz berichtet, aber alles in allem läuft es seit dem Update auf 12.0.1 rund: support.microsoft.com/kb/948057

    Rund = Es kommen keine Beschwerden mehr, um die ich mich kümmern muss 😉

    Kann natürlich auch am Benutzer liegen. Wäre halt die Frage, ob der auch alles nutzt, was ihr so aus den Programmen kitzeln müsst? Im Prinzip wird damit fast nur Schreibarbeit erledigt, hin und wieder mal eine Präsentation zusammengekloppt und Entourage ist im Einsatz.

    Aber ich selbst nutze ja auch noch Office2004. Warum? Da mir generell Programme mit zu wenig Stellen in der Versionsnummer noch ein bisschen suspekt sind.

    So richtige Gewissheit bei relativ frischen Programmen bekommst du aber glaub ich nur, wenn du unter euren Arbeitsbedingungen testest. Warum nicht mal nur einen Arbeitsplatz umstellen? Sofern es einen »Testhasen« bei euch gibt, der das übernehmen würde.

  9. Die Idee mit dem „Testhasen“ hatten wir auch überlegt. Nachdem aber von allen Richtungen die wildesten Horrorgeschichten über Office in Verbindung mit Mac auftauchten, macht dass absolut keinen Sinn bis Microsoft das Programm nicht einigermaßen stabil zum Laufen bringt.

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