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Sonos: Der WAF entscheidet

»Wofür braucht ihr denn WLAN-Lautsprecher? Ihr habt doch eine sündhaft teure Heimkino-Anlage im Wohnzimmer!« Leider haben Menschen nicht immer einen kompatiblen Musikgeschmack, auch wenn sie sich abseits dessen wunderbar verstehen. Zudem schallt eine Wohnzimmer-Anlage nicht wirklich gut hörbar in alle Ecken der Wohnung, vom Bass mal abgesehen (Hallo, Nachbar!). Doch der Hauptgrund ist viel trivialer: So eine Anlage ist schlicht und einfach nicht sehr intuitiv bedienbar und nimmt damit manchem schon vor dem ersten Ton die Lust am Musikgenuss.

Also muss eine Alternative her: Eine Multiroom-Beschallung soll es sein, einfach und flexibel per Smartphone-App zu bedienen. Um die Praxistauglichkeit des Systems zu testen, starten wir erstmal mit Lautsprechern für das Badezimmer. Bewährt es sich, soll es einfach möglich sein, das System auf die anderen Zimmer zu erweitern.

Nach eingehendem Studium des vorhandenen Marktes setzt sich schließlich der Sonos Play 1 Lautsprecher gegen seine Mitbewerber Denon HEOS und Bose SoundTouch durch.

Lieferung und Installation

Gleich beim Aufreissen der Verpackung merkt man, dass hier viel Wert auf Design gelegt wurde. Der Lautsprecher ist sicher verpackt und es liegen alle nötigen Kabel bei. Das Netzwerkkabel ist besonders flach, so dass es beim Verlegen nicht auffällt (man braucht es aber eh nicht unbedingt). Das Stromkabel wird platzsparend unter dem Lautsprecher angeschlossen. Die Bedienungsanleitung lässt ob der spartanischen Beschreibung schmunzeln:

  1. Schließ den Lautsprecher an den Strom an
  2. Lad dir die App herunter
  3. Starte die App und befolge die Anweisungen

Allerdings ist es wirklich so einfach. Die Anweisungen, die die App gibt, sind sehr ausführlich und verständlich. Hat man ein funktionierendes WLAN und hat das Passwort parat, klinkt sich das System direkt ein und aktualisiert sich auch selbständig.

Nach dem Initialisieren empfiehlt es sich, den Lautsprecher einzumessen. Dabei wird der Klang des Lautsprechers mit Hilfe eines Smartphones an die akustischen Gegebenheiten des Raumes angepasst. Sonos nennt das Trueplay. Leider funktioniert das (noch) nicht mit einem iPhone 7. Zum Glück gibt es hier noch ein iPhone 6, das diese Aufgabe unkompliziert meistert. Man wedelt mit dem iPhone in der Hand durch den Raum, während der Lautsprecher recht laute Testtöne von sich gibt (woop-woop-woop). Das Prozedere dauert ca. eine Minute und der Klangunterschied ist enorm. Hat der Lautsprecher in der Standardeinstellung eine Charakteristik, die einem Beats-Kopfhörer auffällig ähnelt, mildert sich dieser Effekt mit Trueplay und deaktivierter Loudness deutlich ab.

Bedienung des Sonos-Systems

Die Bedienung der Lautsprecher erfolgt so gut wie ausschließlich über die Sonos Controller App. In der App kann man auf die Musik auf dem Smartphone zugreifen, Musiksammlungen auf Freigaben im Netzwerk einbinden sowie auf die gängigen Streaming-Anbieter zugreifen. Dass die Einbindung nicht nativ in den Apps der jeweiligen Anbieter erfolgt, sondern separat über den Sonos Controller, mag etwas gewöhnungsbedürftig sein. Dennoch sind alle gängigen Funktionen verfügbar.

Besonderer Pluspunkt ist die einfache Bedienung der App. Man findet sich intuitiv zurecht. Es sind mehrere Accounts pro Musikdienst integrierbar, so dass jeder auf seine individuellen Playlisten und Favoriten zugreifen kann. Dennoch ist es z.B. auch möglich, mit einem Spotify-Account gleichzeitig unterschiedliche Titel auf mehreren Lautsprechern wiederzugeben.

Kritikpunkte am Sonos-System

Startet man die Musik, reagiert der Lautsprecher sehr schnell und fängt an zu spielen. Diese Reaktionsfreude erkauft man sich leider mit einem recht hohen Stromverbrauch im Standby. Der Lautsprecher hat auch keinen Schalter, um ihn abzuschalten, so dass man ihn zur Schonung der Umwelt (und des Geldbeutels) vom Strom trennen muss, wenn man ihn nicht braucht.

Klanglich ist es erstaunlich, was Sonos aus dem kleinen Gehäuse rausholt. Allerdings ist der Lautsprecher nicht für alle Musikrichtungen geeignet (siehe oben). Für Hintergrundbeschallung ist es aber allemal tauglich genug.

Ein weiterer Punkt, der für manche einen Nachteil darstellen kann, ist die Open Door-Politik der App. Sobald die App sich in einem Netzwerk mit den Lautsprechern befindet, kann sie sich auch ohne weitere Sicherung mit den Lautsprechern verbinden. Damit verbunden ist auch der Zugriff auf die Musik, die mit dem System verbunden ist. Man sollte also nur Geräte in dieses Netzwerk lassen, deren Besitzern man auch vertraut.

Fazit

Die Sonos-Lautsprecher konnten sich innerhalb kürzester Zeit einen festen Platz in der Nutzungsstatistik der Dame des Hauses erobern. Das allein macht es schon zu einer klaren Kaufempfehlung. Zu notieren ist allerdings, dass das System süchtig zu machen scheint. So wird bereits nach ein paar Tagen reklamiert, dass diverse Zimmer noch nicht mit Lautsprechern ausgestattet sind.

Seine Stärken spielt Sonos ganz klar aus, wenn es mit einem Streamingdienst wie Spotify oder Amazon Music Unlimited verbunden wird. Aus dem scheinbar unerschöpflichen Pool von mehreren Millionen Titeln findet sich immer die passende Musik zur jeweiligen Stimmung.

Leider war das Klipsch Stream zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verfügbar, das von uns als echte Alternative betrachtet wird. Vielleicht gibt es zu gegebener Zeit dann noch ein Shootout. Für heute sind wir jedoch mit dem Sonos vollauf zufrieden.

  1. Das ist das UKU-Theme?

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