Preispolitik bei Apple – Preistendenz steigend

Apple – Preistendenz steigend

Zugegeben, Apples Preispolitik lag ja eigentlich schon immer im oberen Segment und es ist abzusehen, dass sich der Großteil der Hardware aus Cupertino weiter zum reinen Luxusartikel entwickelt. Das neue MacBook Pro mit »Touch Bar« und »Touch ID« macht da keine Ausnahme. Wer auf ein 15-Zoll-Modell mit aktueller Hardware setzen möchte, hat bei Apple ab sofort einen Einstiegspreis von satten 2699 Euro zu stemmen. Das 13-Zoll-Modell mit Touch Bar startet ab 1999 Euro, was vor gar nicht allzu langer Zeit schon der Einstieg in die 15-Zoll-Welt bei Apple war. Wer beim »13er« 16GB Arbeitsspeicher haben möchte, muss noch mal 240 Euro drauflegen.

Apple MacBook Pro 15- und 13-Zoll
Die neuen MacBook Pro

Dünner, leichter, Touch Bar

Natürlich sind die neuen MacBook Pro auch diesmal wieder schick geworden. Die Touch Bar ist seit langem mal wieder etwas wirklich neues, sieht man von dem üblichen schneller, dünner und höher aufgelöst ab. Insgesamt machen die Geräte einen sehr gelungenen Gesamteindruck und haben den üblichen »Haben-will-Effekt«. Vielleicht kann man deswegen auch verschmerzen, dass Apple bei der Skylake-Architektur bleibt und noch nicht den Sprung auf Kaby-Lake geschafft hat. Dazu gibt es die Tastaturtechnik aus dem 12-Zoll MacBook und – den Nvidia-Gerüchten zum Trotz – wieder Grafikkarten von AMD. Diesmal die AMD Radeon Pro Polaris mit bis zu 4GB VRAM.

Das 13er MacBook Pro muss sich mit der integrierten Grafiklösung, einer Intel Iris Graphics 550, begnügen. Das 15er-Modell für 2699 Euro bekommt als Standard eine Radeon Pro 450 mit 2GB Speicher verbaut. Für ein Update auf die Radeon Pro 460 mit 4GB Speicher müssen 240 Euro zusätzlich hingelegt werden. Den selben Preis verlangt Apple für ein Update von der 256GB SSD auf ein 512GB großes Modell. Wer also ein 15-Zoll MacBook Pro mit Touch Bar und 512GB SSD haben möchte, liegt bereits bei stolzen 2939 Euro.

Apple MacBook Pro mit Touch Bar
Blick auf Tastatur mit der neuen Touch Bar

Preispolitik, siehe iMac und iPad Pro

Für die angepeilten Grundpreise muss man bei Apple mittlerweile wirklich richtig »Pro« sein, denn langsam fragt man sich wer das noch bezahlen kann? Der eigenen Preispolitik bleibt man allerdings treu und wiederholt die »Taktik« vom iMac und dem iPad Pro. Auch hier sind die letzten Jahre über die Einstiegspreise für die Pro-Modelle deutlich gestiegen, weswegen das Preisniveau insgesamt höher liegt. Möchte man als »Pro« beispielsweise auf einen großen Bildschirm setzen, könnte man mit dem aktuellen 27″ iMac für 2099 Euro starten.

Dafür bekommt man aber nicht mal eine SSD ab Werk. Aufgerüstet auf eine 256GB SSD muss man bereits 2339 Euro einplanen. Kommen dann noch 8GB Arbeitsspeicher dazu, liegt der Anschaffungspreis im Apple Store bei 2579 Euro. Dieser lässt sich im konkreten Fall noch etwas drücken, denn den Arbeitsspeicher kann man beim iMac noch selbst tauschen.

Ein ähnliches Spiel auch beim iPad Pro. Man könnte sagen, dass das iPad Air 2 keinen wirklichen Nachfolger bekommen hat und stattdessen das Pro in den Regalen gelandet ist. Auch hier zu einem deutlich höheren Einstiegspreis als noch beim Air 2. Macht dann 679 Euro Einstiegspreis für 9,7 Zoll und 899 Euro für 12,9 Zoll. Insgesamt hebt Apple das Preisniveau also kontinuierlich an, zumindest bei jedem Gerät mit einem konkreten USP, wie beispielsweise dem 5K-Display oder der Touch Bar.

Was machen die »Pros«?

Die Zeiten von Mac Pro und Mac mini dürften dann auch langsam aber sicher vorbei sein. Schlimm ist das bei dem aktuellen Angebot nicht. Während der Mac Pro im Apple Store mittlerweile eher peinlich als »State of the Art« ist, scheint auch der Mac mini nicht mehr so recht in das Konzept von Apple zu passen. Das hat wiederum lange Aktualisierungszyklen zur Folge, was die Geräte natürlich immer uninteressanter macht. Und das Problem hat mittlerweile selbst der iMac, da Apple in der Regel nie die Preise an das Alter der Hardware anpasst und bestenfalls im Jahresrhythmus die Komponenten aktualisiert.

Für viele Pros – damit meine ich hauptsächlich User die mit ihrem Mac arbeiten – dürfte die passende Hardware von Apple mittlerweile eine gewisse preisliche Schmerzgrenze überschritten haben. Konkret könnte das dazu führen, dass die vorhandenen Geräte der Mac-User dann eben doch noch das ein oder andere Jahr länger durchhalten müssen. Man kann oder will sich schlicht kein neues Gerät leisten. Und das könnte wiederum spannend für Apples Preispolitik werden. Gehen die Mac-Verkäufe weiter zurück, weil die Benutzer nicht mehr so regelmäßig aktualisieren können wie bisher? Oder zockt Apple die Preise noch weiter nach oben, um zu testen wie hoch die Schmerzgrenze tatsächlich liegt? So schön das neue 15er MacBook Pro auch sein mag: Preislich mithalten kann ich nicht mehr.

In diesem Sinne …

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