Outlook Webmail und das CSS aus der CI-Hölle

Outlook Webmail und das CSS aus der CI-Hölle

Wie passt man selbst das Design in Outlook Webmail an? Und warum benötigt eine IT-Abteilung mehr als drei Monate für ein paar CSS-Änderungen?

CI-Richtlinien gehören natürlich auch im zentralen und firmenweiten Outlook Webmail hinterlegt. Als Designer bin ich jederzeit Fan von dem richtigen Logo, der richtigen CI-Farbpalette und vielleicht sogar von den passenden Hausschriften. Das hat allerdings auch Grenzen. Beispielsweise bei weißem Text auf einem 5% grauem Hintergrund. Die Kombination gilt in Designerkreisen als sehr schlecht lesbar und wird deswegen gerne vermieden.

Immerhin: Bei Klick auf eine Mail ändert sich der Hintergrund in ein schickes CI-Blau als Auswahlfarbe und die weiße Schrift kommt zum Vorschein. Betreffzeile und der Teaser aus dem Nachrichteninhalt sind dann tatsächlich lesbar. Da man auf der Übersichtsseite somit aber nur die Namen der Mailschreiberlinge lesen kann, wäre hier noch ein klein wenig Usability-Luft nach oben:

Admin wählt weiße Schrift auf 5% grauem Hintergrund und bekommt deswegen die Outlook Exchange Usability Medaille verliehen

Admins und Webmail

Absicht kann das ja eigentlich keine sein, oder? Die Option ein anderes Design im OWA zu wählen ist nur bedingt gegeben. Unter »Einstellungen« > »Design ändern« kann man zwar die üblichen Designschweinereien wie Katzen oder Schneeflocken für den Header dazubuchen, aber was man auch tut, dass CSS verhindert in meinem Fall immer die Lesbarkeit von mindestens einer Zeile Text.

Und natürlich wird die Auswahl eines eigenen Themes bei der nächsten Anmeldung »überbügelt«. Wird auch die Anfrage zu einer kleinen CSS-Änderung in den Untiefen des Exchange-Servers bei der Systemadministration nach mehr als drei Monaten nicht ernst genommen, muss man vermutlich selbst etwas kreativer werden.

CSS-Überschreiber gesucht

Abhilfe schaffen kleine Plugins für den Browser. Beispielsweise »Stylebot« für Google Chrome. Mit Hilfe der Erweiterung lassen sich Custom Style Sheets auf Webseiten dauerhaft durch eigene Einträge überschreiben. Das Plugin zeigt die Änderungen am Code in einer Liveansicht an und speichert auf Wunsch das »Profil« für die Webseite ab. Wer mehrere Rechner bestücken möchte kann das Stylesheet jederzeit auch exportieren und importieren.

So lassen sich beispielsweise Schriftfarben, Schrifttypen, Schriftgrößen, Hintergrundfarben und vieles mehr einfach abändern. Programmierkenntnisse benötigt man dafür keine. Der Editor ist weitgehend selbsterklärend und einfach zu bedienen. Kleines Beispiel im Screenshot. Hier wurde Schriftart (Font Family) und die Farbe (Color) unserer Blog-Headline geändert:

CSS-Änderungen über Stylebot
CSS-Änderungen über Stylebot

In meinem Fall wäre das Problem der weißen Schrift auf fast weißem Hintergrund im Outlook Webmail also bereinigt. Vielleicht ließe sich über diesen Weg sogar das ein oder andere veraltete SAP-Portal ertragen? Weitere Kandidaten wären die Spam- und Quarantäne-Systeme für die hauseigenen Mailserver. Und warum diese klitzekleine CSS-Änderung voraussichtlich nie den Weg ins offizielle Webmail des Großkonzerns finden wird?

Vielleicht nutzt ohnehin jeder und überall Microsoft Outlook? Mit dem Internet Explorer gibt es keine Probleme? Alle Anfragen versanden im Nirvana auf der Suche nach DEM EINEN Super-Exchange-Admin, der auch die Zugriffsrechte hat im CSS rumzufummeln? In den CI-Richtlinien steht nun mal »blauer Hintergrund, negative Schrift«?

In diesem Sinne …

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