Beitrag vom 2 September 2010 15:37

iTunes 10 ist da …

… und natürlich bereits installiert. Die erste auffällige Neuerung ist ein neues Icon, das sich ziemlich von dem der letzten Versionen unterscheidet. Irgendwie wirkt es im Dock ungewohnt und auffällig, verglichen mit denen von Mail und Finder. Wollen wir uns das mal im Detail ansehen. Oder genauer gesagt: Sehen wir uns das ganze aus meinem Blickwinkel an.

Was heißt »aus meinem Blickwinkel« …? Ganz einfach! Die ganzen neuen Features sind sowieso auf der offiziellen Webseite hinreichend erklärt und beworben. Ich konzentriere mich vielmehr auf die Funktionalitäten von iTunes, die ich auch verwende und ordentlich beurteilen kann. Und möglicherweise bin ich hier etwas unkonventionell unterwegs. Ich besitze kein iPhone, ich kaufe nicht im iTunes-Store und ich synchronisiere beziehungsweise verwalte auch keine Videos mit dem Programm.

Somit ist iTunes meine Jukebox, mein CD-zu-MP3-Konvertierer und meine Synchronisationsmöglichkeit für den iPod. Und dank einer gewissen Datenschutz-Paranoia interessiert mich nicht einmal dieses soziale Musiknetzwerk namens »Ping«. Punkt. Dem entsprechend habe ich einige der Funktionen, die iTunes eigentlich bietet, über den Optionsdialog respektive die Kindersicherung einfach deaktiviert, um die Benutzeroberfläche schlicht und aufgeräumt zu gestalten. So, genug geredet … nach dem ersten Start präsentierte sich mein iTunes 10 wie folgt:

Dass die bunten Knöpfe links oben nicht – wie gewohnt – horizontal sondern vertikal ausgerichtet sind, ist mir dabei als erstes aufgefallen. Damit bricht Apple mit der Konsistenz der eigenen Mac OS Benutzeroberfläche. Aber vielleicht konnten so ein paar Pixel Bildschirmplatz gespart werden? Wie auch immer, soll mir recht sein. Der Rest des Programms wirkt ein wenig aufpoliert, was sich praktisch an allen Ecken und Enden durch leicht veränderte Farben oder Formen zeigt. Im Westen nichts Neues, soweit.

Wie auch die Medienliste (links im Hauptfenster) wurde der Einstellungsdialog – siehe obiger Screenshot – mit frischen Icons ausgestattet. Obwohl sonst so ziemlich alles beim Alten geblieben ist, konnte mich hier die neue Option »Listenmarkierungsfelder einblenden« begeistern. Ich habe diese kleinen Checkboxen noch nie verwendet, also weg damit. Wieder ein paar Pixel wertvollen Bildschirmplatz dazu gewonnen. Sehr gut!

Neben der Musikbibliothek-Jukebox-Funktion darf sich mein iTunes noch um die Synchronisierung meines iPod Nano kümmern. Auch hier ist mir – neben einer aufpolierten Benutzeroberfläche – aufgefallen, dass ein paar Optionen dazu gekommen sind.

Bisher ließen sich nur wahlweise die gesamte Bibliothek oder eine Auswahl an Playlists beziehungsweise Interpreten auf den iPod synchronisieren. Doch mit iTunes 10 stehen auch Möglichkeiten zur Verfügung, die eine Selektion nach Genre oder Album ermöglichen. Ich weiß zwar noch nicht, ob ich dies jemals brauchen werde, aber ich fühle mich jetzt für den Fall des Falles gerüstet.

Ein wenig enttäuschend für mich ist die Tatsache, dass iTunes noch immer als 32-Bit-Programm läuft. Einen Schritt weiter gedacht bedeutet das, dass es anscheinend weiterhin auf Carbon aufsetzt und noch nicht auf Cocoa portiert wurde. Achja, richtig … es gibt ja auch noch eine Windowsversion, aber kein Cocoa für Windows … oder so.

Neben einigen wenigen neuen Funktionen (soweit ich das mit meinem Nutzungsprofil beurteilen kann) beschränken sich die Neuerungen auf die Optik des Programms sowie die Unterstützung der neuen iPods. Da vermutlich wieder zahlreiche kleinere Bugs behoben wurden, zahlt sich die Installation auf jeden Fall aus – zumindest konnte ich noch keine groben Mängel finden, die dagegen sprechen.

Update:
Das kleine Fenster, in dem man sich das Albumcover des aktuell wiedergegebenen Titels ansehen kann, hat ein wenig Funktionalität von Coversutra geerbt und verfügt über eine einfache Wiedergabesteuerung (wenn man mit der Maus darüber fährt, ansonsten ist es randlos). Ich glaube, ich muss meine Meinung, dass nicht viel Neues geboten wird, doch noch zurück nehmen … zumindest teilweise.

Christoph Kamon
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