TuxGuitar … rockt!

Für die meisten Gitarristen, die auch mit einem Computer etwas anfangen können, gehört Guitar Pro zu absoluten Pflichtprogrammen. Dabei stehen zweierlei Funktionalitäten im Vordergrund. Einerseits lassen sich recht bequem Noten bzw. Tabulaturen am Bildschirm erstellen. Andererseits hilft das Programm beim Einstudieren eines neuen Liedes, da man per Midi-Sequencer auch »hinein hören« kann, wie das Ergebnis klingen soll. Im Folgenden möchte ich euch aber nicht Guitar Pro vorstellen, sondern TuxGuitar, das im Wesentlichen einen Klon davon darstellt. Der große Vorteil daran ist, dass es kostenlos und OpenSource ist. Doch alles der Reihe nach.

TuxGuitar ermöglicht betrachten, erstellen und anhören von mehrspurigen Tabulaturen. Hauptfokus liegt dabei natürlich, wie der Name schon sagt, bei den Gitarren. Aber auch für Keyboard, Percussion, Schlagzeug und Bass stellt es eine große Unterstützung dar. Wie auch das Vorbild weist das Programm im wesentlichen drei Bereiche auf.

Im oberen Bereich werden für die aktuell ausgewählte Spur die Noten dargestellt. Da die meisten Gitarristen mit Noten nichts anfangen können, befindet sich direkt darunter auch die dazu passende Tabulatur. Je nach dem, ob es sich dabei um einen Bass, eine Gitarre mit Standardstimmung oder eine Gitarre mit beispielsweise offener Stimmung handelt (das lässt sich natürlich einstellen, wie man es benötigt), wird die Tabulatur gleich entsprechend angepasst. Transponieren gefällig? Einfach die entsprechende Option betätigen und die Tabulatur ist erneut angepasst.

Die mittlere Sektion des Programms stellt alle Spuren dar, die im aktuellen Lied enthalten sind. Bei vielen Liedern sind auch die Namen der originalen Musiker verzeichnet. Direkt daneben befindet sich die Bezeichnung des Instruments. Diese hat oft keinen wirklichen Bezug zu den originalen Instrumenten des Liedes – sie dient lediglich dazu, dem Synthesizer mitzuteilen, welches Instrument beim Anhören des Liedes erklingen soll. Ganz rechts befindet sich eine Reihe an Rechtecken. Jedes stellt einen Takt dar und symbolisiert, welche Instrumente in welchem Takt spielen.

Unterhalb der Spurauswahl ist eine symbolisierte Darstellung des Griffbretts von Gitarre oder Bass zu finden. Auf Wunsch lässt sich hier auch ein symbolisches Klavier einblenden. Passend zur Tabulatur werden hier die notwendigen Griffmuster bzw. Tasten mit kleinen Punkten markiert. Dabei lässt sich auch, da dort die Saiten spiegelverkehrt aufgezogen sind, auf Linkshändergitarre umschalten.

Dateien lassen sich grundsätzlich in unterschiedlichen Formate speichern und exportieren. Öffnen lassen sich unterschiedliche Versionen des Guitar Pro Dateiformats sowie PowerTab- und TuxGuitar-Dateien. Außerdem steht ein Import für Midi-Files zur Verfügung. Das häufigste im Internet anzutreffende Dateiformat ist eben jenes von Guitar Pro, somit ist man mit TuxGuitar recht gut gerüstet. Aber auch im Zusammenhang mit PowerTab-Dateien konnte ich bisher keine Probleme feststellen.

Neben den bisher erwähnten Funktionalitäten hilft TuxGuitar noch bei so einigen anderen Aktivitäten, die den Musiker betreffen. Beispielsweise ist ein Gitarren-Stimmgerät integriert. Natürlich wird man sich nicht immer extra zum Rechner setzen, wenn man seine Klampfe zu stimmen hat. Dennoch ist es praktisch, falls einmal am Sonntag Abend die Batterien des Stimmgeräts leer sind. Weiters lassen sich Tonleitern am Griffbrett bzw. Klavier einblenden oder Dateien im Stapel von einem ins andere Format konvertieren.

Genug der schönen Worte – wo ist der Haken? Was kann TuxGuitar nicht, das sein Vorbild kann? Da ich bisher damit nur Tabulaturen betrachtet habe und selbst – außer testweise – noch keine geschrieben habe, kann ich diesbezüglich nicht ins Detail gehen. Im großen und ganzen scheint der Funktionsumfang ziemlich identisch zu sein. Ein Unterschied ist, dass die Midi-Ausgabe von Guitar Pro wesentlich realistischer klingt als jene von TuxGuitar. Meiner Meinung nach ist das zwar kein wesentliches Manko, aber vielleicht stört es andere.

TuxGuitar lässt sich von der Webseite des Projekts für Windows, Mac OS X, Linux und FreeBSD herunter laden. Wie immer, sind Spenden natürlich gerne gesehen, die dem Projekt das Überleben sichern. Falls sich jetzt noch jemand fragt, wo man denn eine gute Auswahl an Tabulaturen für TuxGuitar respektive Guitar Pro im Netz findet: Hier ich kann Ultimate Guitar uneingeschränkt empfehlen. Also dann ran an die Tasten … ähh Saiten!

Falls übrigens jemand das Lied anhand der Tabulatur erkennt, die für die Screenshots herhalten musste, bekommt er/sie einen virtuellen MacVillage-Keks!

TuxGuitar Webseite:
http://tuxguitar.herac.com.ar/

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. TuxGuitar rockt in der Tat! Kann deinem Artikel nur zustimmen… hab noch am letzten WE mit ein paar Kumpels so richtig schon zusammengesessen und Party gemacht. Schon sehr geil, was heute alles so geht ;-)

  2. Am Liebsten an diesem Programm ist der Pinguin :-) Nein, das Programm selbst hat schon so seine Qualität. Aber der liebe Pinguin wertet es schon sehr gut auf finde ich.

    Sandra

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