Beitrag vom 21 Januar 2010 12:57

Langsame Finderzugriffe über SMB

Seit 10.5.x und 10.6.x verfolgen mich einige Probleme beim Zugriff auf SMB-Freigaben, die sich grundsätzlich in zwei Formen zeigen: Zum einen benötigt das Auftauchen der Anmeldemaske beim Zugriff auf die SMB-Freigabe, in meinem Fall ein Windows Server 2008 in einer VMWare-Umgebung, manchmal bis zu 30 Sekunden. Zum anderen stellt der Finder den Inhalt mancher Ordner auf dem Server nur nach kräftiger Denkzeit dar, was ebenfalls 20-30 Sekunden dauern kann. Beide Probleme tauchen hin und wieder mal in den üblichen Foren und Webseiten auf (z.B. hier, hier und hier), sind dort aber nicht so stark vertreten, dass man sofort einen generellen Bug im Mac OS X vermuten würde. Also läuft es wohl auf die berühmte »ungünstige Kombination« hinaus, für die ein Lösungsansatz entsprechend schwer zu finden ist. Lösungsvorschläge reichen deswegen von »Schuld ist bestimmt der Windows-Server« bishin zu »Das muss ein Bug im Snow Leopard sein« oder »DNS/Domänencontroller/Proxy/Sonstwas taugt nix«.

Das Problem mit der nur träge auftauchenden Anmeldemaske hat sich schon vor einiger Zeit dank eines vorhandenen Mac-Servers (10.5.8) erledigt. Denn sobald alle Schneeleoparden im Stall unter System > Library > Core Services > Verzeichnisdienste den eben genannten OS X-Server im LDAPv3 zugewiesen bekommen, taucht die Anmeldemaske bei SMB-Shares wieder direkt nach dem Klick auf »Verbinden« auf. Entsprechend hat auch der Mac OS X Server keine Hemmungen ohne Verzögerung mit dem Windows-Server über SMB Kontakt aufzunehmen. Ohne Verzeichnisdiensteintrag ist es hingegen auf den Clients völlig egal, ob man sich mittels Namen oder IP-Adresse am Server anmelden möchte. Beides führt zu der genannten Verzögerung, die nebenbei erwähnt nicht bei 10.4.11-Clients auftritt.

Mehr Kopfschmerzen machen hingegen die Probleme mit den teils langsamen Finderzugriffen auf die freigegebenen Ordner des Windows 2008 Servers, an denen auch ein Update auf Mac OS X 10.6.2 nichts ändern konnte. Von Zeit zu Zeit klickt man also auf einen Ordner, der seinen Inhalt erst nach langer Wartezeit (>10 Sekunden) preis gibt. Klickt man ein weiteres mal auf den Ordner, erscheinen die Inhalte hingegen blitzschnell. Betroffen sind also nicht »feste« Ordner (oder bestimmte oder besonders viele Inhalte darin), sondern das ganze passiert anscheinend rein zufällig und scheint auf den ersten Blick ein Problem des Finders zu sein, da ein entsprechendes ls im Terminal den Ordnerinhalt sofort anzeigt, während der Finder noch am Rätseln ist, was sich darin befinden könnte.

Ein Rätsel bleibt auch, wie man den Finder/SMB-Fehler(?) umgeht. Zumindest bei mir haben bisher alle Tipps und Tricks versagt und das passende »Häkchen« wurde weder auf Windows- noch auf Apple-Seite gefunden. Zudem sind die allgemeinen Transferraten auf den SMB-Shares einwandfrei. Hier und da konnte man zwar lesen, dass 10.6.2 das Finder-Problem weniger häufig auftreten lässt, aber das Rätselraten zwischen Leopard und SMB will irgendwie kein Ende nehmen.

Marc Grove
Gespeichert in: MV-Inside

9 Kommentare für 'Langsame Finderzugriffe über SMB'

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