Beitrag vom 10 Dezember 2008 10:11

So ganz mein Fall sind die Online erreichbaren Backup- und Speicherlösungen wie beispielsweise MobileMe, CrashPlan oder Amazon S3 noch nicht. Etwas unwohl ist mir immer bei dem Gedanken, dass meine persönlichen Daten irgendwo auf dieser Welt auf einer Festplatte liegen und ich nicht wirklich die Kontrolle darüber habe, was mit der Hardware passiert. Dazu kommt natürlich die noch relativ langsamen Übertragungsraten im Web. Andererseits ist eine weitere Sicherrungskopie, die nicht in der eigenen Wohnung liegt, eine durchaus sinnvolle Sache.
Wenn nun noch ein Anbieter namens »Backblaze« unbegrenzten(!) Online-Speicherplatz anbietet und dafür nur 5 US-Dollar im Monat haben will, muss man sich vermutlich doch mit den Speicherdiensten auseinandersetzen. Backblaze hat sein Programm zur Datensicherung gerade in eine geschlossene Betaphase geschickt, bei der man jederzeit Bedarf anmelden kann. Bekommt man einen Einladungscode geschickt, wird das Programm installiert und man identifiziert sich mit E-Mail und Passwort. Danach fängt das Programm auch schon an Daten auf die Server von Backblaze zu übertragen. Wie beispielsweise auch Time Machine speichert das Programm verschieden Versionen der Dateien und dass über 30 Tage lang. Danach geht es der ältesten vorhandenen Version an den Kragen.
Hochgeladen werden die Daten immer dann, wenn die Internetverbindung gerade etwas Luft hat. Backblaze bietet aber auch diverse Einstellungen, um den Zeitpunkt des Backups genauer festzulegen (z.B. einmal am Tag). Das Programm überträgt allerdings nicht alle Dateien automatisch über eine SSL-Verbindung auf die Server des Anbieters. Eine interne »Exclusion-List« filtert ungewollte Dateitypen aus. Die Liste kann natürlich auch vom Benutzer mit weiteren Dateitypen, Volumes oder Ordnern erweitert werden. Backblaze sichert aber sehr wohl den eigenen Library-Ordner und hat auch mit externen Festplatten kein Problem, wohl aber mit Netzwerkvolumes. Grob gesagt ähnelt das der Time Machine, nur das das Speichervolume eben irgendwo in einem Datencenter auf dieser Welt steht.
Eine Liste der gesicherten Daten kann online eingesehen werden. Tritt ein Notfall ein, kann man Dateien und ganze Ordner für eine Wiederherstellung auswählen und bekommt darauf eine E-Mail mit dem Download-Link (ZIP) der Daten geschickt. Laut TUAW dauert der Prozess bis zur verschickten E-Mail keine fünf Minuten. Muss vielleicht sogar der ganze Rechner wiederhergestellt werden, bietet Backblaze auch an die Daten per DVD (99 US-Dollar) oder USB-Festplatte (160 GB für 190 US-Dollar) über FedEx zu verschicken.
Backblaze könnte sich also für den »Hausgebrauch« zu einer interessanten Lösung entwicklen. Unbegrenzter Speicherplatz hören vor allem Foto- und Videoarchive gerne und natürlich auch die ständig wachsende iTunes-Library. Sobald die Betaphase abgeschlossen ist, bekommt man Backblaze auch in einem vergünstigeten Jahres-Abo für 50 US-Dollar.








Ich würde sonst zum Austesten oder für Kleinigkeiten die kostenlose Dropbox empfehlen (www.getdropbox.com).