Beitrag vom 9 Februar 2010 09:04

Fehler -50: Apple-Raid ohne Verstand

Wer bei einem älteren Apple Xserve Raid plötzlich beim Ablegen von Dateien einen Fehler -50 bekommt, sollte nicht den Überwachungstools von Apple trauen. Tritt der besagte Fehler auf, lassen sich weder lokal vom Server noch über AFP/SMB Daten auf das Raid befördern, wohl aber gewohnt alle Daten lesen. Entweder wird das Ablegen mit einem Fehler -50 abgewiesen, oder die Verbindung behauptet, dass der Name der Datei zu lang wäre und deswegen nicht auf dem Raid landen darf.

Ein Blick in den Raid-Admin und auf den Xserve lässt dabei nichts übles erahnen. Der Server schnurrt gemütlich mit gelegentlichen AFP-(Lese-)Zugriffen vor sich her, alle Festplatten und das passende Array stehen im Raid-Admin auf Grün und auch die Ereignisse protokollieren keinerlei Fehler. Die FibreChannel-Verbindung fühlt sich ebenfalls wohl und auch die Controller melden keine Probleme an den Xserve. Kurzum: Laut Diagnosetools ist alles in bester Ordnung, das Raid voll einsatzfähig und jedes Lämpchen steht auf Grün.

Eine Ahnung vom eigentlichen Problem bekommt man leider erst, wenn man direkt vor dem Xserve Raid steht und sich die LEDs an der Vorderseite des Systems genauer ansieht. Da sich nach einem Neustart wieder für unbestimmte Zeit Daten auf dem Raid ablegen lassen, zeigen nur die LEDs am Gerät selbst eine Unregelmäßigkeit bei den Schreibzugriffen. Eine Festplatte im Array »zieht nach« und blinkt nicht im Takt der restlichen Platten mit. Stattdessen bekommt die Festplatte bei Zugriffen ein blaues Dauerleuchten der LED spendiert, obwohl die Schreibzugriffe schon längst abgehandelt sein müssten.

Offensichtlich hat das Raid also Probleme mit einer Festplatte und kann dort keine Daten mehr ordentlich ablegen, ohne extrem langsam zu werden, oder die oben angesprochenen Fehlermeldungen auszuwerfen. Auch nach weiteren Prüfungen im Raid-Admin behauptet das System hartnäckig, dass alles in Ordnung sei. Damit ließ sich das Problem nur durch das Entfernen der angeblich einwandfrei laufenden Festplatte beheben und schon während des Rebuilds hatte sich das Problem erledigt. Bleibt natürlich die Frage offen, warum das Festplatten-Dienstprogramm und der Raid Admin keinerlei Beweise für die offensichtliche Fehlfunktion liefern wollten.

Marc Grove
Gespeichert in: Hardware, MV-Inside, Software

Beitrag vom 1 Februar 2010 21:58

Ode an das Terminal

Seit Mac OS X 10.5 erhalten die Screenshots von einzelnen Fenstern einen schicken Schlagschatten. Dass man diesen mithilfe eines kleinen Konsolenbefehls deaktivieren kann, ist ebenfalls nichts Neues. Nur was, wenn man diese Einstellung öfter verändern möchte? Jedes Mal den Befehl einzutippen ist da natürlich nicht notwendig!

Wenngleich es garantiert auch kleine Hilfsprogramme gibt, die diese Einstellung zu ändern vermögen, so gehe ich wieder einmal einen alternativen Weg. Die beschriebene Vorgehensweise bietet dabei zwei Vorteile. Zum einen ist es so möglich, auch beliebige andere Konsolenbefehle komfortabel startfähig zu machen. Damit meine ich, dass sich diese per Quicksilver, Spotlight oder Doppelklick auf ein Icon starten lassen. Zum anderen erspart man sich die Benutzung eines zusätzlichen Programms, das möglicherweise mehr verändert, als man eigentlich möchte. (weiterlesen)

Christoph Kamon
Gespeichert in: Software

Beitrag vom 27 Januar 2010 18:22

iPad – iPhone on Steroids

Jetzt ist es endlich raus. Hier also unsere (sich aktualisierenden) Gedanken zum Apple-Tablet iPad in Stichworten:

  • Die (DIN A4?)-Größe ist gut für eine Verwendung als eBook-Reader
  • Der Rand ist aber schon ziemlich dick
  • Was?! Kein Flash?!
  • Ansonsten schick wie immer
  • Die Mail-Oberfläche wäre auch auf den großen Macs nett
  • iCal kann ja sogar elegant daher kommen
  • Mit Kompass, aber leider ohne UMTS und optionalem UMTS
  • …und wieder kein Multitasking
  • iBook Store angekündigt. Neues App »iBooks« für eBooks im ePub-Format macht das iPad zum eReader
  • iWork wurde mit einer komplett neuen Oberfläche auf das iPad portiert, für je 10$ im App Store erhältlich

Die technischen Daten:

  • 10 Stunden Akkulaufzeit und über einen Monat Standby, aber wer lässt das iPad schon so lange ungenutzt rumliegen?
  • 9,7 Zoll Multitouch-Display mit einer Auflösung von 1024×768 (132 ppi)
  • 1GHz Apple A4 Chip
  • knapp 700 Gramm schwer
  • kommt mit 16, 32 oder 64 GB Flash-Speicher daher
  • verbindet sich per WLAN (802.11n) oder Bluetooth mit der Außenwelt
  • Das UMTS-Modul braucht eine neue GSM microSIM
  • kompatibel mit allen iPhone-Apps
  • Statt Anschlüssen gibt es Dock-Connectoren für alles: VGA-Adapter, USB-Stecker für den Anschluss an den PC, USB-Buchse für den Anschluss einer Kamera und sogar einen SD-Kartenleser kann man dazu kaufen
  • Preise: 499 $ für 16 GB, 599 $ für 32 GB, 699 $ für 64 GB, die 3G-Modelle kosten jeweils 129 $ Aufpreis
  • Lieferung erfolgt Ende März, die 3G-Modelle werden ab Ende April geliefert
Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Gadgets

Beitrag vom 23 Januar 2010 10:34

Playback: Von iTunes zur PS3

Hin und wieder den Streaming-Client im Haus zu wechseln hat im MacVillage ja fast schon Tradition. Seit einigen Wochen verrichtet diesen Job nun »Playback« von »Yazsoft«. Seit kurzem ist das Programm auch mit einer deutschen Übersetzung für knapp 11 Euro zu haben. Mit Playback lassen sich neben der Playstation 3 und der Xbox 360 noch jede Menge andere UPnP-Clients mit Fotos, Musik und Videos beliefern. In unserem Fall ist der Empfänger eine glückliche PS3, denn das Programm lässt vorerst kaum Wünsche übrig und löst damit das seit Snow Leopard etwas stotternde »MediaLink« von »Nullriver« ab.

Die Einrichtung von Playback ist gewohnt einfach. Programm kopieren, öffnen und mit einem Klick die Medienfreigabe starten. Den Rest verrichtet der passende Sreaming-Server (Lighttpd) im Hintergrund. Angezapft werden neben iTunes auch die Libraries von iPhoto, Lightroom 2, Photo Booth, Aperture oder die Aufnahmen von EyeTV. Sowohl für Filme, Musik und Fotos lassen sich auch eigene Ordner definieren, die dann von der Software im Netz freigegeben werden. Auch die Serverbezeichnung, also mit welchen Namen die Freigabe z.B. auf der PS3 auftaucht, kann geändert werden. (weiterlesen)

Marc Grove
Gespeichert in: MV-Inside, Software

Beitrag vom 21 Januar 2010 12:57

Langsame Finderzugriffe über SMB

Seit 10.5.x und 10.6.x verfolgen mich einige Probleme beim Zugriff auf SMB-Freigaben, die sich grundsätzlich in zwei Formen zeigen: Zum einen benötigt das Auftauchen der Anmeldemaske beim Zugriff auf die SMB-Freigabe, in meinem Fall ein Windows Server 2008 in einer VMWare-Umgebung, manchmal bis zu 30 Sekunden. Zum anderen stellt der Finder den Inhalt mancher Ordner auf dem Server nur nach kräftiger Denkzeit dar, was ebenfalls 20-30 Sekunden dauern kann. Beide Probleme tauchen hin und wieder mal in den üblichen Foren und Webseiten auf (z.B. hier, hier und hier), sind dort aber nicht so stark vertreten, dass man sofort einen generellen Bug im Mac OS X vermuten würde. Also läuft es wohl auf die berühmte »ungünstige Kombination« hinaus, für die ein Lösungsansatz entsprechend schwer zu finden ist. Lösungsvorschläge reichen deswegen von »Schuld ist bestimmt der Windows-Server« bishin zu »Das muss ein Bug im Snow Leopard sein« oder »DNS/Domänencontroller/Proxy/Sonstwas taugt nix«.

Das Problem mit der nur träge auftauchenden Anmeldemaske hat sich schon vor einiger Zeit dank eines vorhandenen Mac-Servers (10.5.8) erledigt. Denn sobald alle Schneeleoparden im Stall unter System > Library > Core Services > Verzeichnisdienste den eben genannten OS X-Server im LDAPv3 zugewiesen bekommen, taucht die Anmeldemaske bei SMB-Shares wieder direkt nach dem Klick auf »Verbinden« auf. Entsprechend hat auch der Mac OS X Server keine Hemmungen ohne Verzögerung mit dem Windows-Server über SMB Kontakt aufzunehmen. Ohne Verzeichnisdiensteintrag ist es hingegen auf den Clients völlig egal, ob man sich mittels Namen oder IP-Adresse am Server anmelden möchte. Beides führt zu der genannten Verzögerung, die nebenbei erwähnt nicht bei 10.4.11-Clients auftritt.

Mehr Kopfschmerzen machen hingegen die Probleme mit den teils langsamen Finderzugriffen auf die freigegebenen Ordner des Windows 2008 Servers, an denen auch ein Update auf Mac OS X 10.6.2 nichts ändern konnte. Von Zeit zu Zeit klickt man also auf einen Ordner, der seinen Inhalt erst nach langer Wartezeit (>10 Sekunden) preis gibt. Klickt man ein weiteres mal auf den Ordner, erscheinen die Inhalte hingegen blitzschnell. Betroffen sind also nicht »feste« Ordner (oder bestimmte oder besonders viele Inhalte darin), sondern das ganze passiert anscheinend rein zufällig und scheint auf den ersten Blick ein Problem des Finders zu sein, da ein entsprechendes ls im Terminal den Ordnerinhalt sofort anzeigt, während der Finder noch am Rätseln ist, was sich darin befinden könnte.

Ein Rätsel bleibt auch, wie man den Finder/SMB-Fehler(?) umgeht. Zumindest bei mir haben bisher alle Tipps und Tricks versagt und das passende »Häkchen« wurde weder auf Windows- noch auf Apple-Seite gefunden. Zudem sind die allgemeinen Transferraten auf den SMB-Shares einwandfrei. Hier und da konnte man zwar lesen, dass 10.6.2 das Finder-Problem weniger häufig auftreten lässt, aber das Rätselraten zwischen Leopard und SMB will irgendwie kein Ende nehmen.

Marc Grove
Gespeichert in: MV-Inside

Beitrag vom 19 Januar 2010 09:00

Welchen Mac habe ich? Frag Mactracker!

Bei der Auswertung unserer Suchstatistik war in den letzten Monaten die Frage »Welchen Mac habe ich?« immer unter den meist gesuchten Begriffen. Als dynamische Plattform des Web 2.0 müssen wir natürlich auf solche Anregungen reagieren und den passenden Artikel dazu liefern. Hier, bitteschön!

Das Programm »Mactracker« kann diese Frage fix beantworten. Nach dem ersten Start präsentiert es sogleich die Kategorie »Dieser Mac«, womit die wichtigste Frage eigentlich beantwortet ist. Per Doppelklick auf den Listeneintrag kann man sich noch einige Details zu seinem Gerät anschauen. Diese umfassen die Hardwarekonfiguration im Auslieferungszustand, Fähigkeiten des Trackpads, die ursprünglich installierte Version von Mac OS X, den originalen Kaufpreis und noch vieles, vieles mehr. (weiterlesen)

Christoph Kamon
Gespeichert in: Software

Beitrag vom 18 Januar 2010 08:22

Time Capsule mit Aliasproblemen

Apples Time Capsule erfreut sich im MacVillage im Moment großer »Beliebtheit«. Nach einem Totalausfall macht nun auch die verbleibende zweite Time Capsule etwas Ärger, indem sie hin und wieder einen Absturz hinlegt, sobald größere Aktivität auf der Festplatte aufkommt. Sobald das passiert verteilt sie zwar, nach einem Neustart, noch brav Pakete für den Internetverkehr, blockt aber Zugriffe auf die AFP-Freigabe der integrierte Festplatte mit der obigen Alias-Fehlermeldung ab: »Das Alias “XYZ” konnte nicht geöffnet werden, da das Original nicht gefunden wurde«. Die Time Capsule mountet zwar auf dem Schreibtisch und vergibt Leserechte wenn man sie über die Seitenleiste der Fenster-Navigation aufruft, verweigert aber sämtliche Schreibzugriffe.

Ein Blick ins Apple-Forum zeigt, dass das Problem weder neu noch überaus selten ist und auch mal auf anderen Netzwerkvolumes vorkommen kann. Was es allerdings auslöst war (auf die Schnelle) nicht zu finden. Auch der Lösungsweg erscheint etwas seltsam, funktioniert bei der Time Capsule aber einwandfrei. Als ersten Schritt lädt man sich die Software »Path Finder« von Cocoatech herunter und öffnet das Programm.

Im Programmfenster wählt man dann die Time Capsule an und holt sich mit Rechtsklick die »Informationen« zum Volume. Unter dem Reiter »Einstellungen« zeigt der Path Finder nun ein Häkchen bei »Alias-Bit« (siehe Bild unten) an. Deaktiviert man den Haken und schließt das Programm, ist der Zugriff auf die Time Capsule wieder ohne Probleme möglich … und vielleicht der Weg frei, sich den Path Finder etwas genauer anzusehen.

Marc Grove
Gespeichert in: Hardware, MV-Inside

Beitrag vom 13 Januar 2010 21:42

SSD im Mac Pro

Als bekennende Early Adaptors rumorte es schon eine ganze Weile im MacVillage, sobald diverse Pressemeldungen von neuen SSDs eintrafen. Mittlerweile ist das erste Exemplar der Gattung auch im Einsatz, hört auf den etwas sperrigen Namen »Intel X25-M G2 Postville 80GB« (SSDSA2MH080G2C1, MLC-Chips), verrichtet ihren Dienst als Systemplatte für einen Mac Pro und löst damit eine etwas altertümliche Festplatte ab, die Apple nun mal mit der ersten Mac Pro-Generation ausgeliefert hatte. Eine Seagate Barracuda 7200.9 mit 160GB, die aber durch ein schlankes System gerade mal mit etwas über 30GB an Daten gefüllt war. Die Übertragungsraten gehörten trotzdem nicht unbedingt zu den Besten:


^ Seagate Barracuda 7200.9, 160GB

Etwas anders sieht es mit der neuen SSD aus, wobei wir noch einen Schritt zurückspringen und uns um das erste Problem kümmern, dass bei 2,5″-Festplatten in Kombination mit Mac Pros auftaucht. Wie soll die Platte eingebaut werden? Die Trays von Apple sind zwar ganz nett, werden aber frühestens mit der nächsten Mac Pro-Generation mit 2,5″-Platten kompatibel sein und dann vielleicht auch ihre Schrauben loswerden. So lange muss also eine andere Lösung her und wer auf Basteleien verzichten möchte, muss sich nach Alternativen umsehen. Da aber SSDs langsam in Fahrt kommen und er Bedarf steigt, sind verschiedene Hardware-Hersteller mittlerweile in die Nische eingesprungen und bieten passende Einbaurahmen an. Wir haben uns letztendlich für einen Adapter von Kingston entschieden, den es auch absolut baugleich von anderen Herstellern (z.B. IcyDock) gibt und um die 20 Euro kostet: (weiterlesen)

Marc Grove
Gespeichert in: MV-Inside

Beitrag vom 8 Januar 2010 08:00

Cache Out X

Beim Programm »Cache Out X« handelt es sich um einen Helfer, über den man gar nicht sonderlich viele Worte verlieren kann. Dennoch ist es ein äußerst nützliches Programm, das ich immer wieder aufrufe, um etwas Festplattenspeicher frei zu bekommen. Im Laufe des normalen Betriebs sammeln sich unter Mac OS X nämlich diverse Dateien im Cache an. Angefangen von den temporären Dateien diverser Browser bis hin zu einigen anderen Zwischenspeichern des Betriebssystems selbst reicht dabei das Spektrum.

Cache Out X listet alle diese Dateien, die man von Zeit zu Zeit gefahrlos entfernen kann, schön übersichtlich auf. Nachdem man sich entschieden hat, was gelöscht werden soll, wird das auch sogleich erledigt. An Browsern werden neben Safari, Firefox und Opera auch noch OmniWeb, Camino und einige weitere unterstützt. Die Programmversion für Leopard (10.5) funktioniert übrigens auch unter Snow Leopard (10.6) ohne Probleme.

Das Beste kommt zum Schluss: Das Progrämmchen ist kostenlos zu haben.

Cache Out X Download:
http://www.trilateralsystems.com/cacheoutx/

Christoph Kamon
Gespeichert in: Software

Beitrag vom 3 Januar 2010 14:05

Gefangen in der Zeitkapsel

Time Capsule

Die Time Capsule ist ja nun wirklich ein tolles Stück Hardware. Ein WLAN-Router und ein Netzwerkspeicher, schön verpackt in einem kompakten Gehäuse. Nervig ist es jedoch, wenn die Kapsel den Weg alles Irdischen geht. Meist ist ein überhitztes Netzteil die Ursache des plötzlichen Ablebens, so auch höchstwahrscheinlich bei der MacVillage-Kapsel, die mal auf den schönen Namen »Wurstsuppe« hörte.

Nutzt man die Kapsel als Datenspeicher, kommt man nun in die Verlegenheit,  die Daten von der Platte retten zu müssen. Apple sieht einen Zugriff auf die Platte bedauerlicherweise nicht vor, sodass es bei einem Ausfall keine Möglichkeit gibt, ohne Garantieverlust auf die Festplatte zuzugreifen. Doch ist die Garantie einmal abgelaufen, zerlegt man das Gerät fachmännisch (das hartnäckige Gummi auf der Unterseite ist dabei das schwierigste Teil, sofern man es nicht zerstören will) und baut die Festplatte einfach in ein handelsübliches externes USB-Gehäuse für SATA-Festplatten ein.

Ist die Festplatte noch intakt, werden vom System drei Partitionen erkannt. Wichtig für die Datenrettung ist nur die Partition mit dem Namen der verblichenen Time Capsule, da sich dort die zu rettenden Daten befinden. Die Partitionen APswap und APconfig können getrost ignoriert werden. Die öffentlichen Freigaben der Festplatte befinden sich im Ordner Shared, während benutzerspezifische Freigaben im Ordner Users liegen, also wie bei OS X.

Merkwürdig gestaltet sich, zumindest bei der hier gestrandeten Kapsel, die Rechtevergabe der Benutzerordner. Es gab auf der Kapsel zwei Benutzer mit identischen Rechten auf ihre jeweiligen Ordner. Trotzdem wurden die Rechte der Ordner unterschiedlich gesetzt. Während die Daten des einen Benutzers problemlos zugänglich sind, kann auf den Ordnerinhalt des anderen Benutzers mangels Rechte nicht zugegriffen werden.  Erst ein beherztes sudo chmod a+x /Volumes/{namederpartition}/Users/{namedesordners} gestattet dem OS X-Benutzer Einblick in die zu rettenden Daten.

Hat man sich auf diese Weise Zugriff auf die Daten verschafft, ist der Rest ein Kinderspiel. Eventuell müssen jedoch in den Unterordnern ebenfalls noch fehlende Zugriffsrechte ergänzt werden, um den Inhalt zu sehen. Hier macht sich anscheinend die Verwendung der verschiedenen Clients (Ubuntu, Mac OS X, Windows XP) bemerkbar, die bei der Anlage der Unterordner die Rechtevergabe unterschiedlich handhabten.

Wenn man die Kapsel einmal so im geöffneten Zustand betrachtet, dann wundert man sich eigentlich nicht mehr über ein hitzebedingtes Ableben des Netzteils. Es ist alles sehr eng zusammengepfercht und nur ein kleines Lüfterchen sorgt für eine leichte Brise im Gehäuse. Aus dem Gehäuse ausbrechen kann die Abwärme nicht wirklich, da die entsprechenden Lüftungsschlitze fehlen. Angesichts der gründlichen Inspektion wird wohl keine Nachfolgerkapsel den Weg in den hessischen Außenbezirk des MacVillage finden. Trotz allem war Wurstsuppe jedoch ihr 20-monatiges Leben lang ein treuer Begleiter und hat einige Male für Erheiterung bei WLAN-Gästen im MacVillage gesorgt.

Dennis Dirdjaja
Gespeichert in: Hardware